Stand: 10.02.2016 13:51 Uhr

Prozess um Unfall an Bahnübergang eingestellt

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Zum Zeitpunkt des Unfalls war die Halbschranke am Bahnübergang bei Rümpel defekt und wurde deshalb per Hand bedient.

Der Prozess um einen tödlichen Unfall am Bahnübergang zwischen Rümpel und Rohlfshagen (Kreis Stormarn) ist nur wenige Stunden nach dem Auftakt eingestellt worden. Nach Ansicht des Gerichts in Ahrensburg trägt neben dem angeklagten Streckenposten auch das Unfallopfer eine Mitschuld. Bei dem Unfall kam eine Autofahrerin ums Leben. Der Mitarbeiter der Bahn hatte sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten müssen, weil er die Schranken an dem Übergang zu früh geöffnet hatte. Er muss 1.800 Euro an die Hinterbliebenen der Frau zahlen.

Schlechte Sicht durch Nebel

Im November 2014 hatte ein Regionalexpress zwischen Rümpel und Rohlfshagen den Wagen der Frau erfasst und ihn etwa 500 Meter weit mitgeschleift. Der Angeklagte leide noch immer unter den Ereignissen und hätte weiterhin Bilder des Unglücks vor Augen, hieß es in einem Schreiben, das zu Beginn des Prozesses verlesen wurde. Weiter heißt es, dass sich der Streckenposten sehr konzentrieren musste, weil die Züge an dem Tag unregelmäßig fuhren und es neblig war.

Bei Ankunftszeit eines Zuges geirrt

Am Bahnübergang waren damals mobile Schranken aufgestellt, weil ein Blitzschlag die eigentliche Anlage zerstört hatte. Laut Anklage soll der Streckenposten sich bei der Ankunftszeit eines Zuges geirrt und die Schranken geöffnet haben, so dass es zum Unglück kommen konnte. Der Mann habe noch versucht seinen Fehler zu korrigieren, als sich der Zug näherte, so die Staatsanwältin. Nach Zeugenaussagen soll die verunglückte Frau aber trotz Rotlicht auf den Bahnübergang gefahren sein.

Weitere Informationen

Eisenbahnbundesamt untersucht Unfall in Rümpel

Nach dem Unglück an einem Bahnübergang im Kreis Stormarn hat das Eisenbahnbundesamt Voruntersuchungen eingeleitet. Auch die Staatsanwaltschaft nimmt den Unfall unter die Lupe. (27.11.2014) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.02.2016 | 14:00 Uhr