Stand: 28.08.2017 09:54 Uhr

Posse in Pinneberg: Ampel springt nie auf Grün

Aus Sicht der Stadt Pinneberg ist das Leben dort auch deswegen so lebenswert, weil alle Wege mit dem Fahrrad erledigt werden können. Klaus Stieghorst, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen, guckt sehr zufrieden, wenn er darüber berichtet. Es gibt allerdings einen Weg in Pinneberg, den Radfahrer lieber nicht nehmen sollten, wenn sie es eilig haben - oder überhaupt irgendwann mal ans Ziel kommen wollen. In die Kreuzung Westring/Lange Twiete mündet eine Fahrradstraße. Radfahrer treffen dort auf eine Ampel. Sie leuchtet rot. Immer. Die Kontaktschleife im Boden, die eigentlich ein Signal an die Ampel senden soll, reagiert einfach nicht, wenn dort Fahrradfahrer halten. Sie reagiert nur auf schwere, motorisierte Fahrzeuge - auf einer Fahrradstraße.

ADFC: Radfahrer dürfen Fußgängerampeln nicht nutzen

Die Straße sei neben Fahrradfahrern auch für landwirtschaftlichen Verkehr zugelassen und "für solche Leute, die sich landwirtschaftlich fühlen und trotzdem durchfahren", sagt Stadt-Experte Stieghorst. Die Kontaktschleife ist also für Landwirte und Möchtegern-Landwirte vorgesehen. "Die hat mit dem Radverkehr gar nichts zu tun", legt Stieghorst nach. Radfahrer sollen offenbar die Fußgängerampel nutzen. Nach einer Anfrage des Schleswig-Holstein Magazins hat die Stadt nun ein Schild eingebuddelt, das Radfahrern die Nutzung des vor der Ampel abzweigenden Fußgängerweges gestattet. Problem: "Fußgängerampeln sind für Radfahrer nicht zugelassen", sagt Ulf Brüggmann vom ADFC Pinneberg. Für Radfahrer sei laut Straßenverkehrsordnung das Ampelsignal der Autofahrer maßgeblich.

Betroffene sprechen von einem "Schildbürgerstreich"

Das Ampelsignal für Autofahrer kennt für Fahrräder jedoch nur eine Farbe: Rot. "Man bezeichnet so etwas gemeinhin wohl als Schildbürgerstreich", sagt ein Radfahrer, als er vor der Ampel hält. Um den Soll-Zustand herzustellen, müsste seiner Meinung nach eine neue Kontaktschleife in den Boden eingelassen werden: "Das ist eine teure Sache. Und das geht alles auf Kosten der Steuerzahler."

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 28.08.2017 | 19:30 Uhr

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