Stand: 19.03.2017 06:00 Uhr

Physik zum Anfassen: Die "Mini-Phänomenta"

Optische Täuschung, Auftrieb oder Schwerkraft - solche physikalischen Gesetze und Phänomene klingen erst einmal nicht sonderlich spannnend. Sehr viel interessanter werden sie, wenn man sie selbst ausprobieren kann und das "Aha"-Erlebnis hat. Also Experimente wie in derFlensburger "Phänomenta". Das macht nicht nur Erwachsenen Spaß, sondern vor allem Kindern. Um das Interesse der Kleinen für die Naturwissenschaft bereits in der Grundschule zu wecken, erfand der emeritierte Flensburger Physik-Professor Lutz Fiesser die "Mini-Phänomenta". Und dafür ist der 73-Jährige jetzt mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Flensburger Professor baut Physik-Experimente

Fiesser: Bloß keine langweiligen Sachen erfinden

Fiesser will die Entdeckerlust der Kinder wecken. Dafür baut er seit gut 30 Jahren in seinem Bastelkeller Experimente - bis heute mehr als 500 Stück. Seine Enkel Benjamin und Frederik dürfen die fertigen Exponate als erste testen, erzählt Fiesser: "Wenn sie sagen: 'Das ist langweilig, Opa, da musst Du noch was besser machen', dann ist das eine Herausforderung für mich." Sein neuestes Projekt trägt den Namen "Flaschentaucher". Eine mit Wasser gefüllte Plastikflasche wird kopfüber in ein passend ausgesägtes Loch einer Holzplatte gesteckt. In der Flasche befindet sich noch eine weitere Mini-Flasche. Was passiert mit ihr? Sinkt sie nach unten, wenn der Druck auf die große Plastikflasche zunimmt? Beim ersten Versuch ist zu viel Wasser in der Flasche, der Druck ist zu groß. Dann klappt es. Fiesser freut sich: "Geht! Dadurch dass ich jetzt hier drücke, fließt Wasser in dieses kleine Fläschchen rein, das kleine Fläschchen wird schwerer und sinkt zu Boden."

"Mini-Phänomenta" macht Station an Grundschulen

In der Falckenberg-Schule in Flensburg können die Kinder aktuell 20 seiner Experimentierstationen erleben. Das Projekt "Mini-Phänomenta" ist angelehnt an das Science-Center "Phänomenta", das Fiesser Mitte der Achziger in Flensburg gegründet hat. Die mobile Version steht mittlerweile in mehr als 3.000 deutschen Schulen. Von der Flensburger Förde bis nach Thailand staunen Kinder über die physikalischen Phänomene. "Es ist mir eine große Freude, es zeigt nämlich, dass Kinder tatsächlich noch Neugierde haben und wir diese Neugierde entwickeln können", sagt Fiesser. "Und nur aus der Neugierde heraus wird es tatsächlich auch neues Denken geben können." Bei der "Mini-Phänomenta" will der Professor ab Juli kürzer treten, jüngeren Kollegen die Verantwortung überlassen. Experimente bauen im eigenen Keller will Fiesser aber weiterhin.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 19.03.2017 | 19:30 Uhr

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