Stand: 12.10.2015 12:02 Uhr

Online-Erpresser verschlüsseln Firmendaten

Mehrere Unternehmen in Schleswig-Holstein sind Opfer von Online-Kriminellen geworden. Das Vorgehen der Betrüger ist dabei laut Landeskriminalamt immer gleich: Die Personalabteilung einer Firma oder die Geschäftsführung erhält eine E-Mail eines vermeintlichen Bewerbers. Darin erklärt der Interessent, wie er auf das Unternehmen aufmerksam wurde. Über einen Link bietet er weitere Informationen zu seiner Person an. Wer auf den Link klickt, steckt in der Falle.

Opfer sollen mehrere Hundert Euro zahlen

Das Unternehmen lädt keine Bewerbungsunterlagen herunter sondern eine Schadsoftware, die alle Firmendaten verschlüsselt. Zusätzlich landet ein "Erpresserschreiben" auf dem Computer, in dem die Firma aufgefordert wird, mehrere hundert Euro mit der virtuellen Währung "Bitcoins" zu zahlen. Im Gegenzug sichern die Kriminellen zu, die Informationen preiszugeben, die zur Entschlüsselung der Firmendaten notwendig sind.

LKA: Nicht auf Erpressung eingehen

Laut Landeskriminalamt sind in Schleswig-Holstein bislang sechs Fälle bekannt, in denen Unternehmen den Kriminellen zum Opfer fielen. Die Online-Betrüger agieren laut LKA aber bundesweit. Die Ermittler raten betroffenen Unternehmen dazu, nicht auf die Erpressung einzugehen und Anzeige zu erstatten. E-Mails sollten grundsätzlich sorgfältig geprüft werden, insbesondere wenn über einen Link zum Download unbekannter Quellen aufgefordert wird. Weitere Informationen gibt es auf den Internetseiten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.10.2015 | 12:00 Uhr