Stand: 25.02.2016 19:22 Uhr

Nordkirche: Müssen Mitarbeiter Christen sein?

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Seit Donnerstag sitzen in Lübeck-Travemünde 156 Kirchenparlamentarier zusammen.

In Lübeck-Travemünde beraten seit Donnerstag 156 Kirchenparlamentarier bei der Frühjahrstagung über aktuelle Fragen. Zum Auftakt der Landessynode der Nordkirche hat Landesbischof Gerhard Ulrich einen Bericht zur geplanten Vereinheitlichung des Arbeitsrechts in der Nordkirche vorgelegt. Davon seien 75.000 Beschäftigte betroffen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Nordkirche war 2012 durch die Fusion der nordelbischen, mecklenburgischen und pommerschen Landeskirche entstanden. Bis 2018 sollen die Regelungen der früheren Landeskirchen angepasst werden. Unter anderem müsse die Nordkirche festlegen, "ob und in welchen Bereichen sie von ihren Mitarbeitenden die Kirchenzugehörigkeit verlangt", sagte Ulrich.

Historiker: NS-Aufarbeitung zieht sich hin

Außerdem stand am Donnerstag auch die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit der Nordkirche auf der Tagesordnung der Synode. Die Nordkirche gilt diesbezüglich als bundesweiter Vorreiter innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland. Allerdings gelte auch für den Norden, dass sich die Aufarbeitung bis heute hinziehe, sagte der Kieler Historiker Stephan Linck, der im Auftrag der Kirche forscht: "Das ist kein abgeschlossenes Kapitel." Noch 1970 sei die Veröffentlichung einer Doktorarbeit über das kirchliche Handeln während der NS-Zeit verhindert worden, erklärte Linck.

Wanderausstellung ab Freitag in Itzehoe

Der Historiker präsentierte in Travemünde seinen zweiten Forschungsband, der die Kirchenzeit von 1965 bis 1985 behandelt. Parallel dazu läuft eine Wanderausstellung, die sich mit der NS-Vergangenheit der Nordkirche beschäftigt. Sie trägt den Titel "Neue Anfänge nach 1945?" und ist bis zum 15. März in der St.-Laurentii-Kirche in Itzehoe (Kreis Steinburg) zu sehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.02.2016 | 22:00 Uhr