Stand: 09.07.2015 19:11 Uhr

Neumünster nimmt zusätzlich 300 Flüchtlinge auf

Die Stadt Neumünster nimmt kurzfristig bis zu 300 neue Flüchtlinge auf und bringt sie in Schulsporthallen unter. Die Asylbewerber werden an diesem Wochenende erwartet. Hintergrund ist, dass die Erstaufnahmestellen in Neumünster und im nahen Boostedt (Kreis Segeberg) ebenso überfüllt sind wie mehrere Erstaufnahmestellen in anderen Ländern. "Wir helfen den Menschen gerne", sagte Oberbürgermeister Olaf Tauras (parteilos). Für die Leiterin der Brachenfelder Gemeinschaftsschule, Silke Rohwer, war es eine Selbstverständlichkeit zu helfen. Für den Schulbetrieb sei es natürlich eine große Herausforderung, so die Pädagogin. Sie hofft aber so bei ihren Schülern eine Willkommenskultur zu schaffen. Tauraus stellte gleichzeitig klar, dass es sich nur um eine Übergangslösung handeln könne.

Provisorische Unterkunft für sieben bis zehn Tage

Das Innenministerium und das Landesamt für Ausländerangelegenheiten hatten Tauras am Mittwoch gebeten, weitere Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Am Freitag sollen in den Turnhallen der Gemeinschaftsschule Betten und Speisesäle hergerichtet werden. Der Einzug der neuen Flüchtlinge ist für Sonnabend und Sonntag vorgesehen. Die Stadt geht davon aus, dass die provisorische Unterkunft sieben bis zehn Tage gebraucht wird, bis das Land andere Unterbringungen organisiert hat. In dieser Zeit können die Hallen für den Schul- und Sportbetrieb nicht genutzt werden. In einem Brief an die Anwohner bat die Stadt um Verständnis und Hilfe. Schleswig-Holstein erwartet dieses Jahr bis zu 20.000 neue Flüchtlinge, nach 7.600 im Vorjahr.

Flüchtlinge werden in Sporthallen untergebracht

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.07.2015 | 22:00 Uhr