Stand: 07.09.2017 17:31 Uhr

Neue Spielwiese für Windkraft-Entwickler

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In der Südermarsch sind die Bedingungen für die Tests ideal.

Windanlagen in Schleswig-Holstein gibt es Tausende. Testgelände, um neue Entwicklungen auszuprobieren, sind dagegen rar. Der Kreis Nordfriesland, die Stadt Husum, umliegende Gemeinden sowie die Wirtschaftsförderung Nordfriesland haben deshalb gemeinsam Flächen organisiert, auf denen Unternehmen jetzt sechs Prototypen errichtet haben. Das Windtestfeld-Nord umfasst 150 Hektar. Energiewendeminister Habeck (Grüne) hat es am Donnerstag eröffnet.

Die Region soll profitieren

Die sechs Windkraft-Anlagen auf den Feldern südlich von Husum sind bis zu 200 Meter hoch und mit drei bis vier Megawatt leistungsstark. Nur Firmen mit Bezug zu Schleswig-Holstein bekamen einen der begehrten Teststandorte. Der Vergaberat achtete bei der Auswahl darauf, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt - etwa über einen Unternehmensstandort in Schleswig-Holstein. Auch die Anzahl der Beschäftigten und der Innovationsgrad spielten eine Rolle.

"Wer hier nicht umknickt, knickt auch in NRW nicht um"

Jedes neue Windkraft-Modell müsse neu zertifiziert werden, sagte der Geschäftsführer der Windtestfeld Nord GmbH Holger Arntzen: "Sie brauchen auf jeden Fall das Prädikat, dass sie sicher sind. Wer hier nicht umknickt, knickt auch nicht um, wenn er in Nordrhein-Westfalen aufgebaut wird." An dem windstarken Standort in der Südermarsch bei Husum liegen schon nach vier statt sonst neun Monaten genügend Daten für die Zertifizierung vor.

"So können effizienzsteigernde Innovationen schneller dem Strommarkt zugutekommen. Das senkt auch Kosten. Das ist wichtig für die Energiewende", sagte Energiewendeminister Habeck. Erfasst wird auf dem Testfeld auch, wie viel Leistung die Anlagen bei verschiedenen Windstärken liefern - für Unternehmen eine der wichtigsten Angaben bei der Vermarktung.

Testfeld bald noch größer?

Da sich auf dem Areal auch ein eigenes Umspannwerk befindet, kann der erzeugte Strom direkt in die vor Ort verlaufende 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung eingespeist werden. Bisher sind laut Energiewendeministerium mehr als 35 Millionen Euro in den Ausbau geflossen. Die gepachteten Flächen werden den Unternehmen für zehn Jahre zur Verfügung gestellt, bevor eine neue Ausschreibung startet. Da weitere Bewerbungen vorliegen, gibt es Überlegungen, das Gebiet noch zu erweitern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.09.2017 | 18:00 Uhr

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