Stand: 30.06.2015 17:28 Uhr

Nach dem Rücktritt jetzt der Antritt

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Wechselte von der Politik in die Wirtschaft: Ex-Innenminister Andreas Breitner.

Andreas Breitner kommt - Joachim Wege geht: Der ehemalige Innenminister von Schleswig-Holstein hat seinen neuen Job als Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen angetreten. Vor rund neun Monaten war Breitner (SPD) überraschend als Innenminister zurückgetreten. Es tue ihm leid, sagte Breitner damals im "Schleswig-Holstein Magazin", er sei im Kabinett ersetzbar, in der Familie nicht. So wich er der politischen Debatte aus.

Politisches Erdbeben in Zeiten der Krise

Die Regierung in Kiel, mit nur einer Stimme Mehrheit im Landtag, hatte gerade den Abgang der glücklosen Bildungsministerin Waltraud Wende verdaut. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), war sichtlich angefasst, als er den Rücktritt des Innnenministers verkünden musste. Sofort sprossen die Gerüchte: von einem Zerwürfnis zwischen Minister und Ministerpräsident war schnell die Rede. Vorratsdatenspeicherung war das Stichwort. Immer wieder musste Albig seinen Minister an den Koalitionsvertrag erinnern, wenn der Ex-Polizist vorpreschte und die umstrittene Fahndungsmethode entgegen des Koalitionsbeschlusses forderte.

Rücktritt mit Geschmäckle

Zumindest als pikant bewerteten einige politische Beobachter den Wechsel in die Privatwirtschaft, denn Minister Breitner war im Innenressort auch für den Wohnungsbau in Schleswig-Holstein zuständig. So befeuert dieser Wechsel eines Spitzenpolitikers in die Wirtschaft die Diskussion um eine verpflichtende Karenzzeit erneut. Zugute halten Breitner selbst Kritiker, dass er direkt nach seiner Wahl den Rücktritt eingereicht hatte.

Albig will gratulieren

Die Zeit heilt alle Wunden, sagt ein Sprichwort. Das scheint auch in der Politik zu gelten, denn Ministerpräsident Albig war zur Amtsübergabe eigens nach Hamburg gereist. Er würdigte den Verband als verlässlichen Partner der Politik in Schleswig-Holstein.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.06.2015 | 16:00 Uhr