Stand: 10.11.2017 13:52 Uhr

Nach Abschiebung: Unterstützer bürgen für Familie

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Im August war die Familie wegen eines Behördenfehlers abgeschoben worden.

Im Fall um die albanische Familie, die im August von Kirchbarkau (Kreis Plön) in ihre Heimat abgeschoben wurde, gibt es neue Entwicklungen. Der Kreis hat zusammen mit den Unterstützern der Familie eine Bürgschaft für Sozialleistungen vereinbart, so Pastor Felix Meyer-Zurwelle. Er gehört zu dem Unterstützerkreis, der helfen will, die Familie nach Kirchbarkau zurückzuholen. Der Bürge - der persönlich nicht genannt werden will - ist notwendig, damit die Familie sozial abgesichert ist, denn wegen der Abschiebung im August, hat sie ihren Anspruch auf Sozialleistungen verloren. Ohne diese Bürgschaft wäre die Rückkehr unmöglich.

Bei Arbeitslosigkeit einspringen

Durch den Bürgen sind die Sechs dennoch sozial abgesichert. Er muss etwa dann einspringen, wenn der Vater oder die Mutter arbeitslos würde. Das ist aber laut den Unterstützern unwahrscheinlich, denn sowohl der Familienvater als auch seine Frau hätten Arbeit und könnten diese wieder aufnehmen, wenn sie zurückkämen, so Meyer-Zurwelle. Die Bürgschaft läuft maximal fünf Jahre. Damit der Bürge selbst aber nicht in finanzielle Schwierigkeiten gerät, hat der Unterstützerkreis vorgesorgt, sagt der Pastor: "Wir haben eine Haftungsgesellschaft gebildet. Eine bunte Reihe an Menschen, die gesagt haben: Sobald es zum Bürgschaftsfall kommt, würden wir diese Einzelperson nicht im Stich lassen, sondern wir würden dann anteilig das Päckchen mittragen."

Diese Haftungsgesellschaft besteht aus rund 20 Vertretern, so Meyer-Zurwelle. Die Regelung habe man am Mittwoch mit der Ausländerbehörde des Kreises getroffen. Die Familie muss jetzt bei der deutschen Botschaft in Albanien ein Visum beantragen, das dort geprüft wird. Wie lange das allerdings dauert, kann noch niemand abschätzen.

Familie war gut integriert

Vor der Abschiebung der Familie im August hatte der Kreis Plön eine E-Mail der Härtefallkommission übersehen. Wegen dieses Fehlers wurde die sechsköpfige Familie abgeschoben. sie galt als gut integriert.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.11.2017 | 14:00 Uhr

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