Stand: 17.05.2016 15:17 Uhr

Mit ausrangierten Schiffen gegen Müll im Meer

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Ausrangierte Schiffe mit großen Netzen sollen den Müll aus dem Meer fischen.

Plastikmüll im Wasser ist ein riesiges Problem für Flora und Fauna. Bis zu zehn Millionen Tonnen dieser Abfälle gelangen pro Jahr in die Meere. In Kiel wurde am Dienstag ein Projekt vorgestellt, wie das Problem bekämpft werden kann. Das Konzept sieht vor, dass eine Flotte aus umgebauten Schiffen mit Netzen Plastikmüll abfischt, der dann auf einem Spezialschiff aufbereitet wird, um ihn zum Beispiel energetisch zu nutzen. Grundstock der Flotte sollen Schiffe sein, die Mangels anderweitiger Aufträge stillgelegt wurden. Die Schiffe sollen so langsam fahren, dass Fische entweichen können. Außerdem sollen Signale Fische und Meeressäuger "verjagen".

Wie soll der Müll geortet werden?

Vorerst ist das Ganze nur eine Idee, viele Fragen sind noch ungeklärt. Bislang gibt es zum Beispiel kein globales Ortungssytem für den Plastikmüll. Es fehlen außerdem maßgeschneiderte Netze und Fangtechniken sowie ein Nutzungskonzept für den aufbereiteten Kunststoff.

Meeno Schrader ist mit an Bord

Ein Konsortium mittelständischer Firmen versucht derzeit die Frage zu klären, wie das Ganze technisch genau funktionieren kann und wie es mit den Finanzen aussieht. Die Kosten des Großprojektes sind aktuell noch nicht abzusehen. Projektleiter Dirk Lindenau plant, Mitte kommenden Jahres einen detaillierten Geschäftsplan vorzulegen. 2018 - so der Plan - soll das System dann einsatzbereit sein. Mit im Boot ist auch NDR Meteorologe Meeno Schrader, der anhand von Wind, Strömung und Regen den Verlauf der "Mülldrift" ermitteln soll.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) lobte das Projekt. Hauptziel müsse aber sein, die Vermüllung der Meere zu beenden. In Nord- und Ostsee fallen jährlich rund 20.000 Tonnen Plastikmüll an.

Plastik landet auch im Magen

Experten schätzen, dass sich rund 140 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Meeren befinden. Einmal im Meer, bleibt der Abfall Jahrhunderte dort. Durch Reibung, Salzwasser und UV-Strahlung werden die Plastikteile immer kleiner und gelangen über die Fische in die menschliche Nahrungskette. Besonders betroffen sind asiatische Länder - wie China, Indonesien, die Philippinen oder Vietnam.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.05.2016 | 17:00 Uhr

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