Stand: 20.01.2017 17:38 Uhr

Mit Treckern und Plakaten zur Grünen Woche

Am Freitag ist in Berlin die - nach Angaben der Organisatoren - weltgrößte Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau gestartet: die Grüne Woche. Knapp 20 Aussteller aus Schleswig-Holstein sind dabei, um für ihre regionalen Produkte zu werben. Nach Berlin fahren aber auch Milchbauern aus dem Norden. Sie haben Zukunftsängste und fordern eine neue Agrarpolitik. Um acht Uhr morgens starteten fünf Trecker von Stolpe (Kreis Plön) aus, unter ihnen der Landwirt Matthias Stührwoldt. "Der Druck auf unsere landwirtschaftlichen Betriebe ist enorm. Viele Kollegen mussten in den letzten 24 Monaten ihre Hoftore schließen." Morgen beteiligen sich die Bauern an einer Großdemonstration auf dem Potsdamer Platz in Berlin.

Druck machen, um Existenzen zu sichern

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Die Milchbauern kämpfen für die Existenz ihrer Höfe.

"Den dramatischen Absturz der Erzeugerpreise hat die Bundesregierung in Kauf genommen", kritisierte Stührwoldt. Dies wurde seiner Ansicht nach bewusst von Molkerei- und Schlachthofkonzernen mit befördert. Er und seine Kollegen wollen nun erneut Druck machen, damit Bauern wieder mehr Geld verdienen und ihre Existenz sichern können.

Vom Getränkehandel bis zur Tourismuszentrale

In Berlin dreht sich nun bei der Grünen Woche zehn Tage lang alles um die Themen Ernährung, Landwirtschaft und Natur. Aus Schleswig-Holstein kommen unter anderem folgende Firmen: die Meiereigenossenschaft Holtsee-Ascheberg, das Getränkeunternehmen Behn aus Eckernförde, die Firma Heinz Gilka Naturprodukte aus Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein), die Dithmarscher und die Flensburger Brauerei und die Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz.

Weniger Höfe, mehr Hektar

Zum Start der Grünen Woche gab das Statistische Bundesamt Zahlen zu landwirtschaftlichen Betrieben bekannt. Danach ist die Gesamtzahl der Betriebe zwischen 2013 und 2016 um rund 9.000 auf 276.000 zurückgegangen. Es wurden aber insgesamt nicht weniger Schweine und Rinder gehalten. Lediglich die Zahl der Schafe ging um drei Prozent zurück. In Schleswig-Holstein sank die Zahl der Betriebe um fünf Prozent auf 12.700. Die Betriebsgröße stieg von 74 auf knapp 78 Hektar. Gegen den Trend wuchs die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe um gut sieben Prozent auf 460.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.01.2017 | 22:00 Uhr

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