Stand: 18.02.2016 15:15 Uhr

Missbrauch: Staatsanwaltschaft legt Revision ein

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Der ehemalige Übungsleiter des TuS Holstein Quickborn legte vor Gericht ein umfassendes Geständnis ab.

Eine Bewährungsstrafe für 15 Fälle von sexuellem Missbrauch - das ist der Staatsanwaltschaft Itzehoe zu wenig. Sie hat Revision gegen das ihrer Meinung nach zu milde Urteil des Landgerichts Itzehoe eingelegt. Es hatte am Montag einen ehemaligen Jugendtrainer aus Quickborn zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. "Ziel ist es, ein erheblich höheres Strafmaß zu erreichen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Bundesgerichtshof wird über die Revision entscheiden.

Geständnis wirkt strafmildernd

Der 42-Jährige hatte in dem Prozess gestanden, zwischen 2013 und 2015 drei Jungen im Alter von damals sieben bis neun Jahren sexuell missbraucht zu haben. Das Gericht berücksichtigte das umfassende Geständnis bei dem Strafmaß, da so den Opfern eine Aussage vor Gericht erspart wurde. Der ehemalige Trainer muss eine Sexual-Therapie machen. Und er darf er sich Orten wie Schulen oder Kinderspielplätzen nicht nähern. Zudem hat der Mann sich verpflichtet, den Opfern Schmerzensgeld zu zahlen.

Staatsanwaltschaft wollte drei Jahre Haft

In ihrem Plädoyer hatten Staatsanwaltschaft und Nebenklage eine Haftstrafe von drei Jahren gefordert. Inzwischen sorgen in dem Fall Vorwürfe eines Vereinsmitglieds für Wirbel. Der Mann fordert den Rücktritt von zwei Vorstandsmitgliedern des Vereins, weil diese von Taten gewusst haben sollen. Zu einer Anfrage von NDR 1 Welle Nord wollten sich die Vorstandsmitglieder nicht äußern. Sie kündigten für die kommenden Tage eine Stellungnahme über einen Anwalt an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.02.2016 | 13:00 Uhr