Stand: 21.03.2016 12:06 Uhr

Millionenschwere Havarie: Hebel falsch umgelegt

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Der Frachter "Saint George" nach der Kollision.

Beschleunigt statt abgebremst: Menschliches Versagen hat vor einem Jahr zu der folgenschweren Havarie der "Saint George" im Nord-Ostsee-Kanal geführt. Das ist das Ergebnis der monatelangen Untersuchungen durch die Bundesanstalt für Seeunfalluntersuchung (BSU). Am Montag legte die Behörde ihren Abschlussbericht zum Unfall des Frachters vor. Nach der Kollision im März 2015 war die Brunsbütteler Schleuse wochenlang nur bedingt zu gebrauchen.

Hebel in die falsche Richtung gelegt

Für die BSU ist die Schuldfrage ein Jahr nach der Kollision nun zweifelsfrei geklärt. Demnach war ein Fehler des Kapitäns Ursache. Die BSU geht davon aus, "dass der Kapitän den Maschinentelegraphen versehentlich in die falsche Richtung legte", heißt es in dem Bericht. Es wurde Gas gegeben statt gebremst.

Kleine Ursache - großer Schaden

Der Frachter hatte am 20. März 2015 mit einer Geschwindigkeit von knapp 10 km/h (fünf Knoten) das Schleusentor gerammt. Die Schäden an der Anlage gingen in die Millionen und waren so groß, dass das 1200 Tonnen schwere Tor ausgetauscht werden musste. Die Schleusenanlage in Brunsbüttel war dadurch insgesamt 53 Tage lang nur beschränkt einsatzfähig. Für den Schiffsverkehr kam es teilweise zu starken Verkehrsbehinderungen auf dem NOK.

Gedrückt statt herangezogen

Der Kapitän hatte beim Einlaufen in die Schleusenkammer den Reserve-Maschinentelegraph benutzt. Das war ein Drehschalter. Im Gegensatz zu einem Drehschalter erfolgt beim Haupt-Maschinentelegraph die Fahrtrichtung intuitiv, das heißt der Hebel wird für Vorausfahrt nach vorne und für Rückfahrt nach hinten gelegt. Die "Saint George" fuhr unter Ballast von Amsterdam nach Lübeck.

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