Stand: 14.03.2016 17:26 Uhr

Mehr Unfälle und weniger Verkehrstote im Norden

Bild vergrößern
Die Zahl der Unfälle ist insgesamt gestiegen, besonders stark jedoch auf den Autobahnen.

Weniger Tote, aber mehr Unfälle und Verletzte - das ist das Ergebnis der am Dienstag in Kiel vorgestellten Verkehrssicherheitsstatistik für das vergangene Jahr. 85.220 Verkehrsunfälle hat es 2015 in Schleswig-Holstein gegeben - ein Anstieg um 7,1 Prozent. 16.400 Menschen wurden dabei verletzt. Das sind die höchsten Werte seit sechs Jahren. Die Zahl der Verkehrstoten sank 2015 allerdings um 14 auf 107 und damit auf den zweitniedrigsten Wert, der jemals registriert wurde.

Besonders viele Unfälle auf den Autobahnen

Mehr Privatautos und Lastwagen auf den Straßen, mildes Wetter, niedrige Spritpreise und in der Folge mehr Verkehr - diese Faktoren gehören laut Polizei zu den Gründen für die Zunahme der Unfälle.

Besonders stark nahmen Unfälle auf Autobahnen zu - um 21,1 Prozent auf 4.675. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich hier um 19,4 Prozent auf 1.198. "Die regen Bautätigkeiten auf den Autobahnen haben negative Auswirkungen auf die Unfallzahlen", sagte Innenminister Stefan Studt (SPD). Allein auf der A 7 gab es eine Zunahme um ein Drittel auf mehr als 1.400. Studt appellierte an das Verantwortungsbewusstsein: "Wer rast und drängelt, wer ohne Gurt fährt und am Steuer telefoniert, gefährdet sich und andere akut."

  •  

zurück
1/4
vor

Mehr Unfälle durch Senioren verursacht

Als "Sorgenkinder" entpuppten sich weiter zunehmend ältere Autofahrer. Die Zahl der Unfälle, die Senioren verursachten, stieg um fast fünf Prozent auf 3.131. Dabei starben 28 Menschen; 2.416 wurden verletzt. Bei fast zwei Dritteln der Unfälle unter Beteiligung von Senioren sind diese die Hauptverursacher. Besonders in komplexen Situationen seien sie häufig überfordert, heißt es in dem Bericht. Auch in Unfälle mit Elektrofahrrädern, deren Zahl sehr stark wuchs, waren oft Ältere ab 65 Jahren verwickelt.

2016 wieder mehr Prävention und Kontrollen

Im vergangenen Jahr musste die Polizei die Verkehrsüberwachung erheblich drosseln, weil sie viele Beamte für Großeinsätze wie die G7-Treffen in Lübeck und Elmau (Bayern) oder die Eröffnung des neuen EZB-Gebäudes in Frankfurt abstellen musste. Hinzu kam die hohe Flüchtlingszahl. In diesem Jahr soll die Überwachung wieder hochgefahren werden, kündigte Studt an: "Wir werden auch die Präventionsarbeit wieder vollständig aufnehmen. Wir werden die Fahrrad-Schulprüfungen wieder durchführen. Also all das, was im vergangenen Jahr ein Stück weit zurückstehen musste, wird dieses Jahr wieder auf das normale Niveau gebracht." Den Einsatz von Videowagen will die Polizei auf den Autobahnen konzentrieren. Personal wird hier nicht abgebaut - anders als zunächst geplant.

Weitere Informationen

Senioren am Steuer: Immer mehr schwere Unfälle

Der Anteil der Senioren an der Bevölkerung steigt stetig - und auch die Zahl der von ihnen verursachten schweren Verkehrsunfälle. Das geht aus einer niedersächsischen Statistik hervor. mehr

Unfallforscher: Detektivarbeit für Sicherheit

Wenn es auf der Straße kracht, sind sie zur Stelle: Die Unfallforscher der Medizinischen Hochschule Hannover analysieren seit 1973 Unfälle - und haben dadurch einiges verändert. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.03.2016 | 17:00 Uhr