Stand: 21.09.2017 21:11 Uhr

Meeresforschung: Mit dem Zeppelin über die Elbe

Am Donnerstag ist unter der Leitung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht die Expedition "Uhrwerk Ozean" im Wattenmeer und in der Elbe gestartet. Das Besondere: Bei der Expedition werden nicht nur Drohnen und Forschungsschiffe eingesetzt, sondern auch ein Zeppelin. Gemeinsam mit anderen Forschungszentren untersuchen die Wissenschaftler damit die Elbe, um zukünftig Flutszenarien besser vorhersagen zu können.

Hochwertige Technik für die Forschung

Die Untersuchung soll zusätzlich zeigen, wie sich der großräumige Ausbau der Offshore-Windkraftanlagen auf die Nordsee auswirkt. Um diese Daten zu erhalten, bauen die Meeresbiologen hochsensible Kameras und Computer in den Zeppelin. "Wir gucken uns damit Strukturen an. Das können einmal Strukturen im Wasser sein - Fronten oder kleine Wirbel. Oder es können auch Strukturen auf den Wattflächen sein, wo zum Beispiel Schlick, Sand- oder Muschelbänke und wo Seegraswiesen sind", erklärt Meeresbiologe Rüdiger Röttgers vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht.

Luftschiff besser geeignet als Flugzeuge

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Ein Luftschiff eignet sich für die Untersuchung besser als ein Flugzeug, weil es sich ruhiger in der Luft hält.

Nach Angaben der Forscher eignet sich zur Beobachtung der besonderen Strömungen nichts so gut wie ein Zeppelin. Anders als die bisher eingesetzten Flugzeuge könne das Luftschiff in rund 1.000 Metern Höhe direkt über den Strömungen "parken".

20 Wissenschaftler und zwei Tage Expedition

Von den Strukturen erhoffen sie sich neue Erkenntnisse über die Elbe und langfristig auch über deren Flutwellen bei Sturmfluten. Die Forscher vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht haben die Expedition federführend geplant, gemeinsam mit anderen Instituten aus ganz Deutschland. Etwa 20 Wissenschaftler sind beteiligt: Meeresbiologen, Chemiker, Ozeanografen. Zwei Tage lang wollen sie über Elbe und Nordsee Daten sammeln, zeitgleich mit einem Zeppelin, mit Forschungsschiffen und Drohnen.

Untersuchungsgröße einmalig

Am Ende soll sich ein dreidimensionales Bild ergeben. Die Expedition ist in diesem Ausmaß einmalig. "Im Prinzip interessieren uns die Strömungsverhältnisse und die Physik, die dahinter passiert. Also wie sich zum Beispiel die Wärme durch diese Fronten, durch diese Wassermassen vermischen. Und wir können von oben wirklich nur diese oberste Wasserschicht angucken und wissen von oben gar nicht, was darunter passiert. Das muss man dann mit den Schiffen organisieren", so Röttgers. Zusammen mit den Daten der Drohnen und der Messstationen rechnen die Wissenschaftler bereits Freitagabend mit den ersten Ergebnissen.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 21.09.2017 | 19:30 Uhr

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