Stand: 09.12.2015 20:00 Uhr

Marner Feuer: Was geschah bei den Löscharbeiten?

Nach dem tragischen Feuerunglück in Marne (Kreis Dithmarschen) gibt es erste Hinweise über die Vorgänge bei den Löscharbeiten. Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord spricht vieles dafür, dass der 31-Jährige Feuerwehrmann im schwarzen Rauch in dem Gebäude die Orientierung verloren hat und dann den Flammen zum Opfer gefallen ist. Die Polizei wollte sich dazu bislang nicht äußern. Die Beamten haben inzwischen alle Brandspuren in dem zerstörten Haus ausgewertet. Danach können fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung ausgeschlossen werden. Die Polizei geht von einer technischen Ursache aus. Das Unglück löste weit über Marne hinaus große Bestürzung aus.

Tiefe Trauer in Marne

Rauch verfärbte sich mehrfach

Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord waren bei dem Brand mehrere Zweiertrupps der Feuerwehr in dem brennenden Gebäude unterwegs, um an das Feuer heranzukommen. Dann verfärbte sich mehrfach der Rauch, der aus dem Gebäude kam - ein Zeichen für Gefahr. Denn Brandexperten sagen, in diesem Fall könnte es sein, dass sich das Feuer plötzlich und schnell ausbreitet. Die Einsatzleitung gab den Befehl zum sofortigen Rückzug. Einer der Feuerwehrleute verlor dabei im dichten Rauch plötzlich den Kontakt zu seinem Partner, rief noch nach ihm, aber fand ihn nicht und verließ dann mit den anderen Trupps das brennende Gebäude.

Rettungsmaßnahmen sofort eingeleitet

Der Vermisste, der offensichtlich die Orientierung verloren hatte, meldete sich mit den Notruf "Mayday, Mayday, Mayday". Die Feuerwehr leitete daraufhin sofort Rettungsmaßnahmen ein – musste einen ersten Anlauf aber nach Informationen von NDR 1 Welle Nord zunächst wieder abbrechen, weil Glasscherben ihren Wasserschlauch zerschnitten. Erst beim zweiten Anlauf kamen die Retter in das Gebäude - konnten den Feuerwehrmann aber nur noch tot bergen.

In den nächsten Tagen soll auch das Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchungen vorliegen. Die Brandstelle gaben die Ermittler inzwischen wieder frei. Damit kann entschieden werden, wie es mit dem abgebrannten Wohn- und Geschäftshaus weitergehen soll. Den Sachschaden schätzte die Polizei auf 1,5 Millionen Euro.

Tödliches Unglück bewegt auch im Ausland

Nach dem Tod des 31 Jahre alten Feuerwehrmannes hatten seine Familie und seine Kameraden viele Beleidsbekundungen bekommen - aus Deutschland, aber auch aus dem Ausland. Auch in sozialen Netzwerken und im Kommentarbereich dieses Artikels ist die Anteilnahme groß. Marnes Bürgermeister Klaus Braak ordnete in Absprache mit Amtsvorsteher Harm Schloe Trauerbeflaggung an.

NDR.de Leser drücken ihr Mitgefühl aus:

  • "Ich bin jedes Mal so unendlich dankbar, wenn er nach Hause kommt"

    Mandy Michael: "Wenn ich so etwas lese, wird mir immer wieder bewusst, wie sehr unsere Männer und Frauen in den Feuerwehren, trotz Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen, gefährlich leben. Mein Mann ist auch Maschinist bei einer FFW. Ich bin jedes Mal so unendlich dankbar, wenn er nach einem Einsatz wohlbehalten nach Hause kommt. Mein tief empfundenes Mitleid den Angehörigen, ebenso den Kameraden."

  • "Rest in peace brother"

    Ingo Junge: "Condolences from Hamilton, New Zealand. Rest in Peace, brother."

  • "Ich selbst wurde aus einem brennenden Haus gerettet"

    Jan Eric Arndt: "Ich selbst wurde vor Jahren von der Feuerwehr in Kiel mit etlichen anderen aus einem brennenden Haus gerettet. Mein Respekt dem Verstorbenen und den Verletzten. Mein Mitgefühl der Familie und den Kollegen. Gut, dass es Euch gibt."

  • "Our hearts and minds are with the family"

    Ron Tingen. Holland: "Our hearts and minds are with the family an his fellow fireman..."

  • "Im Namen der Freiwilligen Feuerwehr Bruneck"

    FF Bruneck: "Im Namen der Freiwilligen Feuerwehr Bruneck in Südtirol unser herzliches Beileid an alle Kameraden der Feuerwehr Marne und die Familie des verstorbenen Kameraden."

  • "R.I.P. Danke für deinen Einsatz"

    Dirk: "R.I.P. Danke für deinen Einsatz. Der Familie und den Angehörigen gilt unser Mitgefühl. Wir wünschen Ihnen sowie den Kameraden der FF viel Kraft. Mit kameradschaflichem Gruß aus NRW."

  • "24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr"

    Andy: "Man kann allen Kameraden der Feuerwehr gar nicht genug für ihren Einsatz danken. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Auch wenn viele Menschen es nicht mehr zu schätzen wissen..."

  • "Keine Geste kann euch jetzt trösten"

    Torsten Bauer Königsfeld im Schwarzwald: "Liebe Angehörige, liebe Kameraden, mein herzliches Beileid zu diesem tragischen Verlust. Kein Wort, keine Geste kann euch jetzt trösten. Aber in Gedanken sind alle Kameraden bei Euch. Torsten Bauer, Einsatzkräfte - Nachsorge - Dienst, Schwarzwald - Baar - Kreis."

  • "Auch unsere Gedanken, sollten sie auch weit entfernt sein, sind bei der Familie"

    FM Max Bauer: "Im Namen der FF Perchtoldsdorf (Niederösterreich) möchte ich auch mein größtes Mitgefühl ausdrücken. Auch unsere Gedanken, sollten sie auch weit entfernt sein, sind bei der Familie, den Kameraden und den Freunden des verunglückten Florianis."

  • "Das Schlimmste, was uns Feuerwehrleuten passieren kann"

    Heinz Gutgsell: "Liebe Kameradinnen und Kameraden, ein Unglück wie dieses ist das Schlimmste, was uns Feuerwehrleuten passieren kann. Die Gefahr ist immer dabei. Es ist so tragisch und unendlich traurig, was bei euch passiert ist. Meine Gedanken sind bei euch! Viel Kraft den Angehörigen und euch Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Marne. Heinz Gutgsell, Feuerwehrseelsorger der Freiwilligen Feuerwehr Bad Krozingen."

  • "Aus deinem Leben wird man Geschichten weben"

    Michael Reis: "An den Feuern unserer Clans wird man einst Lieder von dir singen. Aus deinem Leben wird man Geschichten weben und Geschichten sterben nie."

  • "Ich verneige mich mit höchstem Respekt"

    LanaK: "Ich wünschte, ich könnte die richtigen Worte finden, um den Angehörigen, Freunden und Kameraden des verunglückten Feuerwehrmannes etwas Trost zu spenden. Ich verneige mich mit höchsten Respekt vor allen Menschen, die selbstlos und wie selbstverständlich jeden Tag ihr Leben riskieren, um anderen Menschen in Not zu helfen, ich sage DANKE für alles was Ihr für uns getan habt und wieder tun werdet. [...]"

  • "Es bleibt stets ein Restrisiko"

    Stephan Mantler: "Ein Albtraum. Trotz bester Ausrüstung und Ausbildung bleibt stets ein Restrisiko, dessen sind sich wohl alle Kameraden bewusst - und dennoch, es bleibt der Schock, die Fassungslosigkeit, die Frage: wie konnte das nur passieren? Möge seine Familie - die leibliche wie die der Feuerwehr - all die Kraft haben, die sie in dieser schweren Zeit brauchen, um das Geschehene zu verarbeiten. Stephan Mantler. Search & Rescue Iceland, ehm. FF Purkersdorf / Österreich."

  • "Jetzt ist es an der Allgemeinheit, etwas zurückzugeben"

    Aquarius: "Es wäre schön, wenn die Gemeinde ein Spendenkonto für die Familie / Angehörigen einrichten und hier veröffentlichen würde. Dieser Feuerwehrmann gab für die Allgemeinheit sein Leben - jetzt ist es an der Allgemeinheit etwas zurückzugeben! Mein Beileid an die Angehörigen und Mitglieder der Feuerwehr!"

  • "Es macht uns betroffen"

    Walter Brasgalla: "Hallo aus dem Ruhrgebiet, die Löscheinheit 14 Höntrop der FF Stadt Bochum hat mit Entsetzen vom Tod eines Kameraden erfahren, was uns betroffen macht. Herzliches Beileid aus NRW."

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Trauerflor an Fahrzeugen der Feuerwehr

Bei den fast 60.000 Feuerwehrleuten in Schleswig-Holstein herrscht nach dem tragischen Tod ihres Kameradens tiefe Betroffenheit. Landesbrandmeister Detlef Radtke sagte, die vielen Beileidsbekundungen zeigten die große Verbundenheit innerhalb der Feuerwehr-Familie. Um diese Verbundenheit "auch nach außen zu dokumentieren", empfahl der Landesfeuerwehrverband allen Wehren, Trauerflor an ihren Fahrzeugen anzubringen.

Das Unglück in Marne war das erste dieser Art seit neun Jahren. Zuletzt war im Dezember 2006 ein Rettungstaucher der Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe während eines Einsatzes ums Leben gekommen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.12.2015 | 12:00 Uhr