Stand: 27.02.2016 16:23 Uhr

Luftschlossfabrik-Einsatz kostete 327.000 Euro

Die Räumung des alternativen Kulturzentrums Luftschlossfabrik in Flensburg hat etwa 327.000 Euro gekostet. Das geht aus Antworten des Innenministeriums auf Briefe des grünen Landtagsabgeordneten Rasmus Andresen hervor. Die Polizei hatte Anfang Februar das von einer autonomen Kulturinitiative besetzte Gelände am Harniskai geräumt. Allein die Personal-, Sach- und Verpflegungskosten für die fast 300 Polizisten, die daran beteiligt waren, schlagen laut Innenministerium mit 304.700 Euro zu Buche. Dazu kommen weitere Kosten in Höhe von 22.700 Euro für die Beamten, die eine Sitzung des Hauptausschusses der Stadt Flensburg und eine Pressekonferenz absicherten.

Autonome in Flensburg auf den Barrikaden

Andresen: "Man hätte den Konflikt politisch klären können"

Der Abgeordnete Andresen kritisiert den gesamten Einsatz scharf. Der sei völlig unverhältnismäßig gewesen, sagte er NDR 1 Welle Nord. Er meint: "Man hätte die Fragen um die Luftschlossfabrik auch politisch klären können." Das habe Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber (SSW) aber nicht gewollt, moniert er. Nun seien 327.000 Euro verbrannt worden - Geld, für das die Steuerzahler aufkommen müssten. Über die Schreiben des Innenministeriums an Andresen hatte zuerst das Flensburger Tageblatt berichtet.

Ermittlungen gegen Besetzer, Demonstranten und Polizisten

Aus den Briefen geht auch hervor, dass die Polizei weiter gegen insgesamt 18 Besetzer und Unterstützer ermittelt. Die Vorwürfe sind schwerer Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte oder gefährliche Körperverletzung. Außerdem untersuchen Beamte auch das Vorgehen von Kollegen: Bereitschaftspolizisten aus Eutin hatten bei einer Spontandemonstration nach der Räumung Teilnehmer mit Schlägen und Tritten traktiert.