Stand: 18.03.2016 08:42 Uhr

Lübecker Flughafen verliert letzte Airline

Erst ging Ryanair und nun kehrt auch Wizz Air dem insolventen Flughafen Lübeck den Rücken. Die ungarische Fluggesellschaft hat angekündigt, ihre Flüge vom 17. April an nach Hamburg zu verlegen. Damit verlässt die letzte verbliebene Airline den Lübecker Flughafen. Das Unternehmen begründete diesen Schritt auf seiner englischsprachigen Internetseite mit anhaltenden finanziellen Problemen des Flughafens.

Insolvenzverwalter will weiterhin Flugbetrieb dauerhaft sichern 

Chronologie

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Im vergangenen September hatte der Flughafen Insolvenz angemeldet - bereits zum zweiten Mal. Seither sucht Insolvenzverwalter Klaus Pannen nach einem neuen Investor. Er soll den Flugbetrieb und 50 Arbeitsplätze sichern. In einer schriftlichen Erklärung Pannens heißt es, die Entscheidung von Wizz Air bedeute eine Aussetzung der bestehenden Linienflugverbindungen am Lübeck Airport. Unabhängig davon werde aber weiterhin mit aller Kraft daran gearbeitet, die begonnenen Verhandlungen mit jetzt noch zwei potenziellen Käufern und zukünftigen Betreibern des Flughafens zum Abschluss zu bringen.

Ein Bieter will Flugzeuge recyceln

Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord gibt es einen Interessenten, der aus der Region kommt und über ausreichend Geld verfügt. Er hat auch einen ehemaligen Flughafengeschäftsführer zur Hand, aber angeblich kein richtiges Konzept. Der andere Bieter soll eine konkrete Idee haben, aber kein Geld. Er will alte Flieger recyceln - also Flugzeuge entsorgen.

Es geht um Millionenbeträge

Ursprünglich hatte Pannen mit fünf Interessenten über eine Übernahme des Flughafens verhandelt. Die Frist dafür verlängerte er bereits vier Mal. In der kommenden Woche will Pannen die Lübecker Politiker über den Verhandlungsstand mit zwei Investoren informieren. Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord braucht der Insolvenzverwalter noch mehr Zeit, um den Flughafen zu verkaufen. Diese Zeit soll er unter bestimmten Voraussetzungen auch bekommen. Eine Mehrheit der Bürgerschaftsfraktionen zeichnet sich bereits ab.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.03.2016 | 08:00 Uhr