Stand: 19.07.2017 16:54 Uhr

Korvetten-Streit: Bundeskartellamt gibt sein Okay

Das Milliarden-Vorhaben zur Beschaffung von fünf Korvetten für die Marine hat eine entscheidende Hürde genommen. Das Bundeskartellamt teilte am Mittwoch mit, die Behörde werde nicht gegen das Bau-Konsortium vorgehen. Das Konsortium von ThyssenKrupp und Lürssen war um die Kieler Werft German Naval Yards erweitert worden. Die Entscheidung ist aber noch nicht rechtskräftig, da gegen diese Entscheidung Beschwerde eingelegt werden kann. Allerdings muss auch die Kieler Werft ihre Beschwerde beim Bundeskartellamt zurückziehen. Deren Verantwortliche hatten sich über die Art und Weise der Auftragsvergabe beschwert und Recht bekommen.

Bauvertrag möglicherweise noch im August

Damit wäre der Weg zu einem Vertragsabschluss noch im Sommer frei. "Das ist eine wirklich gute Nachricht", so die spontane Reaktion von Vizeadmiral Andreas Krause, dem Inspekteur der Marine. Bei den fünf neuen Korvetten handelt es sich um Schiffe vom Typ K 130, von denen die Marine schon fünf Stück besitzt. Die Kosten für den Bau sollen bei rund zwei Milliarden Euro liegen. Um Zeit bei der Anschaffung zu sparen, bestellte das Bundesverteidigungsministerium im vergangenen Herbst fünf Korvetten bei den Werften ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) in Kiel und Lürssen in Bremen - zu Lürssen gehört die Hamburger Werft Blohm + Voss. Auf eine Ausschreibung hatte das Ministerium verzichtet.

Kieler Konkurrent wurde ins Boot geholt

Bild vergrößern
Bei den fünf geplanten neuen Korvetten handelt es sich um Schiffe vom Typ K 130.

Der Ärger um die Bestellung der Korvetten schwelt seit Monaten. Schon kurz nach der Auftragsvergabe an Lürssen und TKMS kritisierte der damalige schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), dass es keine Ausschreibung gegeben hatte. Das Verteidigungsministerium hielt dies nicht für nötig, weil die beiden Schiffsbauer bereits fünf Schiffe des gleichen Typs gebaut hatten. Laut Ministerium handelte es sich also um eine Nachbestellung. Auch Militärausrüstung müsse im Wettbewerb beschafft werden, hieß es dagegen vom Bundeskartellamt. Das Korvetten-Geschäft wurde Mitte Mai deshalb gestoppt. Um den Auftrag zu retten, einigten sich die Werften darauf, German Naval Yards mit 15 Prozent des Umsatz in das Baukonsortium aufzunehmen.

Vom Auftrag profitiert auch Mecklenburg-Vorpommern

Von dem Auftrag profitiert besonders auch Mecklenburg-Vorpommern, wo die Korvetten zum Teil gebaut und anschließend vermutlich auch stationiert werden. Die Marine benötigt die Schiffe wegen zahlreicher neuer Aufgaben, die mit der vorhandenen Flotte nicht mehr bewältigt werden können. Korvetten sind kleiner und wendiger als Fregatten und vor allem für den Einsatz in sogenannten Randmeeren und Küstengewässern geeignet - also etwa in der Ostsee.

Die Schiffe der Deutschen Marine

Weitere Informationen

Korvetten-Streit: Kieler Werft bekommt Recht

Im Streit um die Bestellung von fünf Kriegsschiffen für die Marine hat das Bundeskartellamt einer Kieler Werft Recht gegeben. Das Bundesverteidigungsministerium hatte auf eine Ausschreibung verzichtet. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.07.2017 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

03:18

Hilfe für Kinder psychischkranker Eltern

10.12.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
02:49

Flüchtlingshilfe aus Kirchbarkau ausgezeichnet

10.12.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
03:33

Modelleisenbahn: Seit Generationen im Trend

10.12.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin