Stand: 15.06.2017 10:50 Uhr

Kieler-Woche-Chef für ein Jahr

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Tillmann Voigt hat zusammen mit acht Mitarbeitern die Kieler Woche 2017 organisiert. Vanessa-Zoe Vitsilakis kümmert sich um den Internationalen Markt.

Am Sonnabend ist der offizielle Startschuss für das größte Volksfest Nordeuropas. Gefeiert wird auf der Kieler Woche schon von Freitag an. In diesem Jahr kümmert sich ein neuer Büroleiter kommissarisch um die Organisation: Tillmann Voigt. Der waschechte Kieler arbeitet schon seit 2008 im KiWo-Büro - weiß also, worum es geht. NDR.de hat mit ihm über Arbeitspensum, Lust und Frust dieses Mega-Jobs gesprochen.

Herr Voigt, in zwei Tagen geht die Kieler Woche los. Sie sind der Hauptverantwortliche - bei Ihnen laufen die Fäden zusammen. Stress oder auch große Vorfreude?

Tillmann Voigt: Eigentlich beides. Es ist 'ne ganze Menge Stress. Wir haben gerade in den letzten Tagen sehr, sehr intensiv gearbeitet. Aber wir freuen uns alle. Das ganze Team ist aufgeregt zu sehen, wie das umgesetzt wird, was wir das ganze Jahr lang vorbereitet haben.

Geben Sie uns doch mal einen Einblick in ihre Arbeitstage der vergangenen ein, zwei Monate. Worum müssen Sie sich kümmern, wie gestaltet sich Ihr Tag?

Voigt: Bis in den Mai hinein arbeiten wir sehr strukturiert, da haben wir klar geregelte Abläufe. Erst danach kommen Dinge, die man auch nicht planen kann.

Sprich: Es wird hektisch. Wie oft klingelt das Telefon? Wie viele Mails kommen täglich?

Voigt: (lacht) Das Telefon steht teilweise nicht still. Aber man muss stressresistent und gelassen sein. Das bin ich, glaube ich. Das muss man auch sein im Kieler Woche Büro.

Wobei kriegen Sie denn graue Haare? Was nervt kolossal?

Voigt: Was wirklich nervt, ist der Blick zum Himmel manchmal. Dann denken wir: Jetzt hätte das Ganze doch ein bisschen mehr Sonne verdient gehabt. Es sind meistens die Faktoren von außen, die nerven. Also die, die wir nicht beeinflussen können.

Von vielen Kieler Woche Besuchern müssen sich die Organisatoren auch die Kritik gefallen lassen, dass ihnen Abwechslung fehlt. Immer wieder die gleichen Buden an den gleichen Plätzen aufgebaut, die gleichen Aktionen für Kinder - gibt es Überraschungen in diesem Jahr?

Voigt: Es wird nicht die ganz großen Überraschungen geben. Die liegen mehr im Detail. Im übrigen ist es ja auch so, dass die meisten Besucher gar nicht viele Veränderungen haben wollen. Die klassischen Kieler Woche Gänger haben auch ganz feste Plätze, wo sie sich beispielsweise jeden Donnerstag mit dem Sportverein treffen. Teilweise sind es auch technische Aspekte, die Veränderungen nicht zulassen. Die Stände sind eben nicht so einfach mal von A nach B zu versetzen.

Eigentlich ist die Kieler Woche ja primär ein großes Segelevent. Wie kann man den Sport mehr in den Mittelpunkt stellen?

Voigt: Da machen wir viel. Das Sichtbarste ist sicherlich Kieler Woche TV, das wir zusammen mit unseren Partnern mit sehr, sehr großem Aufwand auf die Beine stellen. Außerdem haben wir in diesem Jahr sehr viele tolle Segelveranstaltungen in Schilksee. Jeder ist herzlich eingeladen, um den Geist der Kieler Woche auch dort einmal zu spüren.

Am Freitag geht es nun los mit dem Ausnahmezustand. Werden Sie auch mitfeiern? Und welche Augenblicke genießen Sie am meisten?

Voigt: (lacht) Die Zeit ist in der Tat knapp bemessen. Aber ja - klar. Ich finde, das Hoftheater ist eine tolle Oase in der Stadt, insbesondere mit Kindern. Dann natürlich Schilksee. Und mein persönliches Highlight ist immer der zweite Sonntag, das Feuerwerk, wo ich gemeinsam mit unserem Feuerwerker sprichwörtlich auf den Knopf drücke. Dann fällt die letzte Last ab, und dann kann man meistens rückblickend sagen: "Das waren wieder zehn tolle Tage in Kiel."

Herr Voigt, Sie leiten nur diese eine Kieler Woche 2017. Die KiWo 2018 wird von Philipp Dornberger geleitet. Er beginnt noch in dieser Woche seine Arbeit. Sind Sie froh, den Staffelstab weiterreichen zu können - oder traurig, dass Sie abgelöst werden?

Voigt: Das hat großen Spaß gemacht. Ich habe die Verantwortung gern übernommen. Wir haben ein tolles Team mit einem tollen Teamgeist. Im nächsten Jahr trete ich sozusagen zurück, aber das bereitet mir keine schlaflosen Nächte.

Das Interview führte Andrea Schmidt, NDR 1 Welle Nord

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.06.2017 | 16:30 Uhr

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