Stand: 27.11.2015 14:55 Uhr

Jagel: Sechs Aufklärungsjets "kein Problem"

Der Beschluss des Bundestags ist noch nicht da, doch hinter den Kulissen laufen bei der Bundeswehr schon die Vorbereitungen für den geplanten Einsatz der Tornado-Aufklärungsflugzeuge über Syrien. Solche Maschinen gibt es nur am Standort Jagel, der Heimat des Luftwaffengeschwaders 51 "Immelmann". Nach Angaben eines Sprechers der Kommandantur sind dort 23 Tornado-Maschinen generell verfügbar. Zwar würden sechs davon in den kommenden zwei Wochen an einer Übung in Spanien teilnehmen - und die weiteren hätten nicht alle eine technische Freigabe. Doch sechs Aufklärungsjets für den Einsatz über Syrien abzustellen sei kein Problem, so der Sprecher. Man sei motiviert und warte gespannt auf den parlamentarische Beschluss, so der Sprecher.

Vier Standorte denkbar

Als Konsequenz aus den Anschlägen von Paris will sich Deutschland mit Tornado-Aufklärungsflugzeugen am Militäreinsatz gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" beteiligen. Zudem sollen auch ein Kriegsschiff, mindestens ein Tankflugzeug und Satellitenaufklärung zur Verfügung gestellt werden. Die deutsche Fregatte soll den französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" absichern, wie Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstagabend bekannt gab. Das hat die Bundesregierung am Donnerstag beschlossen. Wie aus Sicherheitskreisen bekannt wurde, sollen voraussichtlich vier bis sechs Tornados in den Nahen Osten verlegt werden. Unklar ist allerdings, wo die Flugzeuge stationiert werden und unter wessen Führung der Einsatz laufen soll. In Frage kommen Stützpunkte auf Zypern, auf der griechischen Insel Kreta, in Jordanien und in der Türkei.

Fliegerhorst Jagel: Heimat der Aufklärungstornados

Deutschland könnte Zieldaten liefern

Die Recce-Tornados aus Jagel flogen bereits in Afghanistan und auf dem Balkan Einsätze. Recce steht für Reconnaissance - der englische Begriff für Aufklärung. Mit dem System "RecceLite" können sie hochauflösende Infrarot- und Fotoaufnahmen auch bei Nacht und schlechtem Wetter anfertigen und in Echtzeit an eine Bodenstation übertragen. Deutschland könnte damit Zieldaten liefern für die Luftangriffe der internationalen Koalition.

Bundestag entscheidet kommende Woche

Ob die Bundeswehr im Kampf gegen den "Islamischen Staat" eingesetzt wird, muss der Bundestag entscheiden. Die Beratungen dazu sollen möglichst schon kommende Woche im Parlament abgeschlossen werden. Eine Mehrheit mit den Stimmen der Koalition gilt als sicher.

Kommentar

Politisches Signal ohne militärische Bedeutung

Der Einsatz deutscher Aufklärungsflugzeuge im Kampf gegen den "Islamischen Staat" ist lediglich ein politisches Signal. Militärisch sei er wenig sinnvoll, kommentiert Andreas Flocken. mehr

Wehrbeauftragter Bartels für Tornado-Einsatz

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, hält eine Beteiligung Deutschlands am Kampf gegen den IS-Terror in Syrien für notwendig. Das sagte der SPD-Politiker auf NDR Info. mehr

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Berlin will Tornados nach Syrien schicken

Deutschland will sich mit Tornado-Flugzeugen am Militäreinsatz gegen den "Islamischen Staat" beteiligen. Auch ein Einsatz der Marine ist im Gespräch. Mehr bei tagesschau.de. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.11.2015 | 18:00 Uhr