Stand: 13.11.2014 19:27 Uhr

Jachthalle: Ermittler vermuten Brandstiftung

40 verbrannte Boote, eine völlig zerstörte Lagerhalle, geschockte Bootsbesitzer: Nach dem Großfeuer in der Ancora-Marina in Neustadt (Holstein) am Mittwoch ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Brandstiftung. Die Behörde habe ein entsprechendes Verfahren eingeleitet, sagte ein Sprecher. Hinweise auf einen Täter gebe es aber noch nicht. Die Polizei schätzt den Schaden auf dem Gelände des Jachthafens auf mindestens 30 Millionen Euro.

Eine Bootshalle in Schutt und Asche

Besorgte Anrufe bei der Werft

"Der Brand ist für die Werft die absolute Katastrophe", sagte Geschäftsführer Oliver Seiter im Gespräch mit NDR 1 Welle Nord. Insgesamt waren rund 100 Boote in der Halle gelagert - die meisten sollten verkauft werden. Aber auch viele Jachtbesitzer hat die Meldung vom Großbrand aufgeschreckt: Denn die Werft baut und repariert nicht nur Jachten, sondern sie bietet auch viele Lagerplätze. "Bei uns klingelt heute fast pausenlos das Telefon", sagte am Donnerstag Bettina Maletzki, die als Rezeptionistin bei der Werft arbeitet. Die Bootsbesitzer wollen wissen, ob ihre Jachten betroffen sind. "In den meisten Fällen kann ich unsere Kunden beruhigen", berichtete Maletzki. Abgebrannt sei nur die Ausstellungshalle, dort seien nur wenige Jachten von privaten Besitzern gelagert worden.

Zahlenspiel der Versicherungsexperten

Viele der 40 zerstörten Jachten waren aus Kunststoff, sie schmolzen im Feuer wie Kerzenwachs. Die teuerste davon kostete 1,5 Millionen Euro. Neben der Polizei sind diese Woche auch Versicherungsexperten vor Ort. Sie dokumentieren jedes zerstörte Schiff, um die exakte Höhe des Schadens für jeden einzelnen Versicherten zu ermitteln. Sollte es sich wirklich um Brandstiftung handeln, ändert das aber nichts für die Geschädigten. "Wir gehen momentan davon aus, dass jedes Schiff normal reguliert wird. Wir müssen aber noch die Ermittlungsergebnisse abwarten", sagte Jochen Dahm von der Pantaenuis GmbH.

Bootseigner bedanken sich bei Feuerwehr

Die Lagerhalle konnte die Feuerwehr nicht retten - aber sie verhinderte, dass ein zweites Gebäude Feuer fing. Glück auch für Kristin Rentzsch aus Lübeck. "Unsere Jacht steht in einem Nachbargebäude, das durch eine Brandschutzwand von der abgebrannten Halle geschützt wurde", erzählte sie. In dieser Halle habe es nur geringe Schäden gegeben. "Unser Boot ist nicht beschädigt worden, im Innenraum riecht es nur etwas nach Rauch." Ihr Dank geht an die Feuerwehr. "Die haben unglaubliche Arbeit geleistet", meinte Rentzsch.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.11.2014 | 22:00 Uhr

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