Stand: 15.03.2016 12:14 Uhr

Horrorfahrt mit Mann auf der Motorhaube

Unfassbare Szenen haben sich in Alt-Mühlendorf und wenig später auf der Autobahn 7 zwischen Warder und der Rader Hochbrücke (Kreis Rendsburg-Eckernförde) abgespielt: Ein 29 Jahre alter Mann springt auf die Motorhaube eines stehenden Autos, krallt sich fest, tritt und schlägt mit seinen Fäusten gegen die Windschutzscheibe. Am Steuer sitzt seine 69-jährige Nachbarin, neben ihr ein 62-jähriger Begleiter. Die Frau fährt los, auf die Autobahn, mit bis zu 100 Stundenkilometern. Begonnen hatte alles mit Ärger um eine zugeparkte Auffahrt. Den entsprechenden Bericht des SHZ bestätigte ein Polizeisprecher NDR 1 Welle Nord.

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"Ich dachte, er wollte uns umbringen"

Es hatte offenbar immer wieder Streit um eine teilweise blockierte Auffahrt gegeben. Als der 62-Jährige davon gestern ein Foto machen wollte, soll der 29-Jährige aus dem Nachbarhaus herangestürmt sein. " Ich dachte, der wollte uns umbringen", sagte der ältere Mann der Zeitung. Zusammen mit der 69-Jährigen sei er schnell ins Auto gestiegen. Die Frau fuhr los.

Bei Tempo 100 die Windschutzscheibe eingetreten

Dann soll der Nachbar, augenscheinlich ein muskulöser Bodybuilder, plötzlich auf die Motorhaube gesprungen sein. Die Frau am Steuer fuhr dennoch weiter - zunächst auf einer Landstraße, bis es an der Anschlussstelle Warder auf die Autobahn ging. Trotz scharfer Bremsmanöver und ruckartigen Schlingerns gelang es dem Mann auf der Motorhaube, sich festzuhalten. Sogar bei Tempo 100 soll er immer wieder gegen die Windschutzscheibe getreten haben. Die bekam immer mehr Risse und zersprang schließlich.

Hilfe mit Pfefferspray

Dann alarmierte der Beifahrer per Handy die Polizei. Sie gab die Anweisung, das Auto sofort zu stoppen, daraufhin hielt die Fahrerin auf dem A-7-Standstreifen. Nun flogen Fäuste: Durch die geöffnete Autotür schlug der 29-Jährige auf die Frau ein. Ein weiterer Autofahrer hielt an und versuchte zu helfen - erfolglos. Erst als dessen Frau zu einer Dose Pfefferspray griff und den Angreifer besprühte, ließ der von ihm ab. Wenig später trafen Beamte ein.

Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Sachbeschädigung und Körperverletzung. Der hilfsbereiten Frau mit dem Pfefferspray droht auch ein Verfahren - wegen unerlaubten Waffenbesitzes.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 15.03.2016 | 08:00 Uhr