Stand: 14.07.2017 21:29 Uhr

Holzfrachter nach Havarie wieder aufgerichtet

Auf der Kieler Förde ist am Freitagnachmittag ein Frachtschiff in extreme Schieflage geraten. Die "Mosvik" hatte nach Angaben von Lotsen bis zu 36 Grad Schlagseite. Die Ladung verrutschte. Etwa 60 bis 80 schwere Holzpakete fielen laut Havariekommando ins Wasser. Die Polizei, das Wasser- und Schifffahrtsamt und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) waren mit mehreren Schiffen vor Ort, um die "Kontrolle über diese gefährliche Situation" zu behalten, wie die Polizei mitteilte. Am Abend konnte das Schiff aufgerichtet werden und aus eigener Kraft den Ostuferhafen ansteuern.

Schleusen gesperrt

Nach Informationen des Schiffsagenten waren zwölf Besatzungsmitglieder an Bord. Von denen wurde nach ersten Informationen niemand verletzt. "Eine Behinderung der Seeschifffahrt kann nicht ausgeschlossen werden - der örtliche Seeverkehr wurde vorsichtshalber in Kenntnis gesetzt", teilte die Polizei mit. Die Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) wurden zeitweise gesperrt, damit das herumtreibende Holz eingesammelt werden konnte. Das Mehrzweckschiff "Scharhörn", ein Schlepper und weitere kleinere Schiffe waren bis zum Abend an der Bergung der Ladung beteiligt. "Ein Helikopter der Bundespolizei hat das Gebiet überflogen, um die Verteilung des Holzes, das ein Schifffahrtshindernis darstellt, im Wasser zu sichten", teilte das Havariekommando in Cuxhaven mit.

Schiff drohte zu kentern

Ein Lotse sagte NDR 1 Welle Nord, die "Mosvik" sei auf dem Weg zum Nord-Ostsee-Kanal gewesen. "Das Schiff geriet zuerst Steuerbord auf Schlagseite. Das sah schon einmal ganz arg aus", sagte der Lotse. Kurz vor der Schleuseneinfahrt bekam das Schiff nach seinen Angaben dann auf der anderen Seite Schlagseite: "Es wurde dann so schlimm, dass die Crew damit begonnen hat, Ladung von Deck rutschen zu lassen. Ansonsten wäre es gekentert." Wie genau es zu der Havarie gekommen ist, konnte eine Sprecherin des Havariekommandos bislang nicht sagen.

"Mosvik" auf dem Weg nach Großbritannien

Nach Angaben des Schiff-Informationssystems AIS kam das Frachtschiff, das 1987 gebaut wurde, aus der lettischen Hauptstadt Riga. Laut Schiffsagent war das Ziel Creeksea in Großbritannien. Die "Mosvik" hat eine Gesamtlänge von etwa 82 Metern und fährt unter der Flagge von Antigua und Barbuda.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.07.2017 | 22:00 Uhr

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