Stand: 18.01.2016 19:33 Uhr

Hafenstraße: Innensenator fordert Aufklärung

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Die Hansestadt Lübeck und Flüchtlingsorganisationen erinnerten am Montagabend an die Brandkatastrophe.

Bei einem verheerenden Brand sind vor 20 Jahren zehn Menschen in einem Asylbewerberheim in der Lübecker Hafenstraße gestorben, 38 weitere wurden verletzt. Mit einer Gedenkveranstaltung erinnerten die Hansestadt Lübeck und Flüchtlingsorganisationen am Montagabend an die Brandkatastrophe. Wer hinter dem Anschlag steckt, ist bis heute nicht geklärt. Lübecks Innensenator Bernd Möller (Grüne) forderte deshalb, die Ermittlungen wieder aufzunehmen oder einen Untersuchungsausschuss des Landtages einzurichten: "Es gibt Merkwürdigkeiten bei der Aufarbeitung des damaligen Falles und auch offensichtliches Versagen bei den Ermittlungen."

Wer hat die schreckliche Tat begangen?

Rückblick: Beim Eintreffen der Feuerwehr am 18. Januar 1996 um kurz vor 4 Uhr stehen bereits Bewohner in Todesangst an den Fenstern und auf dem Dach des Gebäudes. Bei den Ermittlungen wird dann schnell klar: Es war Brandstiftung. Die Polizei nimmt vier Männer aus der rechtsradikalen Szene in Mecklenburg-Vorpommern fest. Sie haben jedoch ein Alibi, kommen wieder auf freien Fuß. Dafür rückt der libanesische Bewohner Safwan E. ins Visier der Ermittler. In zwei Prozessen wird er aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Bereits am Sonnabend demonstrierten anlässlich des wohl schwärzesten Tages in der jüngeren Lübecker Geschichte 600 Menschen für Weltoffenheit, unter ihnen Lübecks damaliger Bürgermeister Michael Bouteiller. Ihm war es wichtig, dabei zu sein. An den Brandanschlag erinnert heute in der Hafenstraße ein Gedenkstein. Das Haus selbst ist längst abgerissen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.01.2016 | 22:00 Uhr

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