Stand: 15.03.2017 18:26 Uhr

Habeck sieht Wendepunkt bei Energiewende

Ist die Energiewende immer noch ein Jobmotor? Nachdem am Montag der Windrad-Bauer Senvion angekündigt hatte, Stellen abzubauen und den Standort Husum zu schließen, scheint die Antwort klar zu sein. Doch Minister Robert Habeck (Grüne) setzt auf eine neue Phase in Sachen Energiewende. "Der Verlust der Produktion von Windanlagen im Land ist traurig", sagte Habeck am Mittwoch in Kiel. Es sei aber möglich, Wertschöpfung im Land zu halten. Dabei setzt Habeck auf innovative Techniken in Verkehr, Wärme, Energiespeichern, E-Loks oder mit Strom betriebene Lastwagen. In diesen Bereichen könnten neue Arbeitsplätze entstehen. Aber auch darüber hinaus sei die Energiewende ein Jobmotor für das Land, sagte Habeck.

"Ausbau auf einem guten Weg"

Bei der Installation, Wartung und Betrieb von Anlagen für erneuerbare Energien ist die Zahl der Arbeitsplätze laut Ministerium gestiegen - von 16.000 im Jahr 2013 auf 18.400 im Jahr 2015. Allerdings waren es 2015 auch fast 300 weniger als noch im Vorjahr. Vor allem bei der Windkraft seien Stellen weggefallen. Trotzdem sieht Habeck den Ausbau der Windkraft und des Stromnetzes auf einem guten Weg. In den vergangenen fünf Jahren wurden mehr als 1.400 neue Windkraftanlagen genehmigt.

Minister hält Ziele für erreichbar

Die Gesamtzahl der Anlagen stieg in den vergangenen sieben Jahren aber nur um 300 - auf aktuell etwa 2.900. Das liege daran, dass kleinere alte Anlagen durch leistungsstärkere neue ersetzt wurden. "Das Repowering funktioniert", sagte Habeck. Bis 2025 soll die Zahl der Windanlagen auf 3.500 bis 3.600 steigen. Die Ziele der Energiewende könnten so erreicht werden, sagte der Minister, "Ohne, dass der Druck auf das Land zu stark wird."

Kürzere Genehmigungsverfahren

Der Bau neuer Anlagen und der Netzausbau liefen zunehmend synchron. 2019 sollen die neue Westküstenleitung und die Mittelachse im Land stehen, kündigte Habeck an. 2021 solle die Ostküstenleitung fertig sein. Die Genehmigungsverfahren seien im vergangenen Jahr im Norden kürzer gewesen als von Netzbetreiber Tennet angenommen - und auch deutlich kürzer als in Hessen, Niedersachsen und Bayern.

In Schleswig-Holstein decken erneuerbare Energien bereits zu knapp einem Drittel den Gesamtenergieverbrauch ab - doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.03.2017 | 18:00 Uhr

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