Stand: 19.01.2017 11:09 Uhr

Habeck: "120 Prozent" für die Landtagswahl

Er hat es nicht geschafft. Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck wird die Grünen nicht als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf führen. Das ist das Ergebnis der Urwahl der Grünen-Basis. "Ich bin mit mir im Reinen, ich habe alles getan, was ich tun konnte und deswegen kann ich das Ergebnis gut akzeptieren, so wie es ist", sagte Habeck am Mittwochnachmittag. Er gratulierte dem Sieger der Urwahl, Parteichef Cem Özdemir. Er bereue nicht, kandidiert zu haben. Nun will Habeck die Grünen im Wahlkampf für die kommende Landtagswahl in Schleswig-Holstein "mit voller Leidenschaft, mit 120 Prozent" unterstützen. Ob er im Falle einer Regierungsbeteiligung nach der Wahl weiter Minister bleibe, würde sich erst danach entscheiden.

76 Stimmen fehlten Habeck zum Sieg

Die Urwahl fiel überraschend knapp aus. Nur 76 Stimmen fehlten Habeck zum Sieg. Er holte bei der Urwahl 35,74 Prozent der Stimmen. Parteichef Cem Özdemir kam auf 35,96 Prozent. Der dritte im Bunde, Fraktionschef Anton Hofreiter, landete bei 26,19 Prozent. Beim "Frauenplatz" des Grünen-Spitzenduos hatte die Parteibasis keine Wahl. Hier trat mit Fraktionschefin Kathrin Göring-Eckhardt nur eine Frau an. Sie kam auf 70,63 Prozent.

Rund 60.800 Grünen-Mitglieder durften seit Oktober auf diversen Urwahl-Foren überall in Deutschland abstimmen, wer Spitzenkandidat der Partei wird. Allzu großen Anklang fand die Urwahl bei den Grünen allerdings nicht. Nur 59 Prozent der Mitglieder machten von der Möglichkeit der Urwahl Gebrauch. Das sind weniger als bei der letzten Wahl vor vier Jahren. In Schleswig-Holstein soll die Beteiligung mit rund 70 Prozent höher gewesen sein.

Albig: Willkommen zurück, Robert

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) betonte nach dem Wahlergebnis, dass er auch weiterhin mit Habeck zusammenarbeiten wolle. "Für Robert Habeck persönlich hätte ich mir gewünscht, dass er noch die paar Stimmen mehr bekommen hätte", sagte Albig. "Umgekehrt habe ich nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich mich sehr freuen würde, gemeinsam mit ihm weiter für unser Land rot-grün-blaue Politik zu machen. Dazu gibt es jetzt die Chance. Willkommen zurück, Robert", sagte der Ministerpräsident.

Kastner: Schwung und Euphorie mitnehmen

Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) reagierte auf den Ausgang der Urwahl "mit einem lachenden und einem weinenden Auge", wie sie NDR 1 Welle Nord sagte. "So ein toller Politiker muss mitmischen. Ich wünsche mir, dass er Teil meines Wahlkampfteams wird. Und natürlich werde ich ihn bitten, sollten wir die Chance auf Regierungsbeteiligung haben, auch als Minister wieder dabei zu sein", sagte sie. Die Landesvorsitzende Ruth Kastner freute sich über den knappen Wahlausgang in Berlin. "Robert Habeck ist nicht umsonst der beliebteste Politiker in Schleswig-Holstein. Und dass er es jetzt fast auch bundesweit zum beliebtesten Grünen-Politiker gebracht hat, das spricht für sich. Jetzt werden wir mit ihm in den Wahlkampf gehen und diesen Schwung und die Euphorie mitnehmen."

Seit 2012 stellvertretender Ministerpräsident

Habeck ist seit 2009 Abgeordneter im Landtag Schleswig-Holsteins. Von 2009 bis 2012 war er dort Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Seit 2012 ist er stellvertretender Ministerpräsident sowie Umwelt- und Landwirtschaftsminister im Kabinett Albig.

Weitere Informationen

Habeck: "Neun Prozent sind unsere Schuld"

Die Bewerbungstour für die Spitzenkandidatur der Grünen ist vorbei. Die vier Kandidaten haben sich noch einmal der Basis gestellt - und Umweltminister Habeck warf seiner Partei Fehler vor. (08.01.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.01.2017 | 10:30 Uhr

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