Stand: 27.04.2017 13:55 Uhr

Größte Anti-Terror-Übung im Norden

Terroreinsatz im Großraum Kiel - aber nur als Übung: Insgesamt 1.500 Polizisten, Rettungskräfte und Opfer-Darsteller sind daran beteiligt. Dazu kommen Spezialkräfte aus sieben weiteren Bundesländern. Die Eliteeinheit GSG 9 beobachtet das Szenario. Drei vermeintliche Terroristen stürmten die Geburtstagsfeier eines britischen Konsuls in einem Restaurant auf dem Kieler Flughafen-Gelände - zwei Tote und mehrere Verletzte. Mit diesem fiktiven Anschlag begann heute Morgen das Unternehmen "Pandora". Während der gesamten Übung kreisten Hubschrauber über Kiel. Nach Angaben von Sprechern der beteiligten Einheiten dürfte es sich um eine der größten öffentlichen Anti-Terror-Übungen in Deutschland handeln.

Vom Tisch in die Realität

Die Übung ist nach Einschätzung von Stefan Muhtz von der Landespolizei sehr realistisch: "Es sind Ereignisse, die nicht nur in der Bundesrepublik, sondern in Europa immer mal wieder vorkommen und deswegen muss auch die Polizei üben." Es sei wichtig, nicht theoretisch am Tisch alles zu skizzieren. In der praktischen Übung müsse überprüft werden, ob alles in der Realität funktioniere.

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Überfall, Explosion und Geiselnahme

Insgesamt sind es drei fiktive Anschlagsszenarien, die sich laut Polizei zeitlich zum Teil überlagern:

  • Bei einer Übung auf dem Flughafen Kiel-Holtenau werden Angreifer eine Feier überfallen.

  • Bei der Explosion in einem Bus unter der Holtenauer Hochbrücke sollen Helfer die schnelle medizinische Versorgung und Spurensicherung proben.

  • In Kiel-Mettenhof kommt es in einem fiktiven Verlagshaus zu einer Geiselnahme.

Die Polizei wolle ihre taktischen Einsatzkonzepte auf Herz und Nieren prüfen, sagte Landespolizeidirektor Ralf Höhs. Ziel sei es auch, das Zusammenspiel mit Rettungskräften optimal zu gestalten sowie in der Führungszentrale schnelle Entscheidungsabläufe sicherzustellen.

Karte: Die fiktiven Anschlagsorte in Kiel

Echte Verkehrskontrolle auf der A 21

Die Übungen finden in abgesperrten Bereichen statt. Nach Angaben der Polizei sind sie für die Bürger jedoch wahrnehmbar. Es könne zu kurzen Verkehrsbehinderungen kommen. Im Bereich der Polizeidirektion Bad Segeberg ist eine echte Verkehrskontrolle auf der Autobahn A 21 geplant. Dort soll der Verkehr über einen Rastplatz geleitet werden.

SEKs aus mehreren Bundesländern

An der Übung werden sich Spezialeinsatzkommandos (SEK) aus sieben weiteren Bundesländern beteiligen. Die Polizei entsendet Beamte aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Überfall, Explosion und Geiselnahme in Kiel

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.04.2017 | 13:00 Uhr

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