Stand: 04.08.2017 21:08 Uhr

Gift-Eier in Salaten aus Lübeck entdeckt

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Eier, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sind, wurden auch nach Schleswig-Holstein geliefert.

Nach Eiern sind in Schleswig-Holstein nun erstmals auch giftbelastete Salate entdeckt worden. Dabei handelt es sich um sechs Produkte des Lübecker Herstellers Neue Mayo Feinkost GmbH. Bei ihrer Herstellung seien mit Fipronil belastete Eier verwendet worden, hieß es auf der Seite der Länder und des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Betroffen sind: Porreesalat Toscana, Oma's Pellkartoffelsalat MHD 16.08.217, Gosch Sonntagsfrühstück, Eiersalat klassisch MHD 18.08.2017, Hofgut Eiersalat MHD 16.08.2017, Hofgut Thunfischsalat MHD 16.08.2017. Das Unternehmen habe vorbildlich und verantwortungsbewusst im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes gehandelt und sich selbst gemeldet, sagte Wolf Gehrmann vom Verbraucherschutzministerium in Kiel. Die Salatprodukte seien neben Schleswig-Holstein auch in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Berlin vertrieben worden.

Verbraucher sind besorgt

Schon vor der Rückrufaktion des Lübecker Unternehmens zeigte sich, dass Verbraucher auch in Schleswig-Holstein zunehmend verunsichert sind: "Wir haben verstärkt Anfragen dazu, es kommen auch Leute mit ihren Eiern in die Beratungsstellen", sagt Vivien Rehder von der Verbraucherzentrale in Kiel. Laut Informationen des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums könnten mehr als zehn Millionen dieser belasteten Eier aus den Niederlanden in den deutschen Handelgekommen sein.

Geflügelbranche sorgt sich um ihr Image

"Ich finde es unerhört, dass man da nichts gemerkt hat und nicht vorher eingegriffen hat", beklagt sich eine Frau im Rahmen einer Umfrage von NDR 1 Welle Nord auf einem Markt in Kiel. "Ich habe mich immer darauf verlassen, dass alles in Ordnung ist, wenn ich Eier kaufe." Eine andere Passantin meint: "In der Regel vertraut man dem Geschäft, wo etwas angeboten wird." Wenige Monate nach der Geflügelpest jetzt der Skandal um Eier - viele Betriebe in Schleswig-Holstein befürchten nun einen Imageschaden für die ganze Branche.

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Habeck: "Verantwortung ist ein Wechselspiel"

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) sieht eine geteilte Verantwortung für den Skandal: "Die Produzenten haben die Verantwortung, nicht gefährliche oder hochwertige Produkte auf den Markt zu bringen - und die Politik kontrolliert, ob das eingehalten wird. Das ist ein Wechselspiel." Er hofft, dass im Nachgang geklärt werden kann, wie es die mit Fipronil belasteten Eier überhaupt auf den Markt geschafft haben.

Skandal um belastete Eier als Chance?

Der aktuelle Skandal zeige wieder einmal, dass gute Lebensmittel ihren Preis hätten, sagt Hans Peter Goldnick vom Geflügelwirtschaftsverband Schleswig-Holstein und Hamburg. So gesehen, meint Goldnick, könne der Skandal um die belasteten Eier könne aber auch eine Chance sein: "Der Verbraucher wird aufgeweckt und merkt, was konsumiere ich da eigentlich, woher kommt das - und wählt dann den Weg der Sicherheit: die Produktion vor Ort."

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Verdächtige Eier auch in Schleswig-Holstein

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.08.2017 | 22:00 Uhr

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