Stand: 05.01.2016 19:49 Uhr

Gesundheitskarten werden an Flüchtlinge geschickt

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Optisch unterscheidet sich die Gesundheitskarte für Flüchtlingen nicht von den regulären Chipkarten der Krankenkassen.

Noch in dieser Woche werden in Schleswig-Holstein die ersten Gesundheitskarten für Flüchtlinge verschickt. Auf die Einführung einer solchen Karte hatten sich Land, Kommunen, Verbände und Kassen grundsätzlich bei ihrem Flüchtlingsgipfel im vergangen Mai verständigt. Die Techniker Krankenkasse will in den kommenden Tagen die ersten Karten an Flüchtlinge in Flensburg und im Kreis Nordfriesland versenden. Insgesamt rechnet die TK mit 2.500 Karten, die an Flüchtlinge herausgegeben werden - nach jetzigem Stand. Auch die DAK Gesundheit will in dieser Woche die ersten Karten herausschicken. Kommende Woche dürfte die AOK folgen - die auch schon erste Datensätze von den Kommunen bekommen hat.

Kein Anspruch auf alle Leistungen

Andere Kassen warten nach eigenen Angaben noch auf diese Daten - etwa Fotos der Flüchtlinge - die sie brauchen, um die Karten herzustellen. Äußerlich unterscheidet sich die Gesundheitskarte für Flüchtlinge nicht von den normalen Gesundheitskarten - im Datensatz ist aber vermerkt, dass die Flüchtlinge nicht Anspruch auf alle Behandlungen haben.

Karte soll Kommunen entlasten

Bisher mussten sich Flüchtlinge, die sich beim Arzt behandeln lassen wollten, erst beim Sozialamt die Erlaubnis holen. Die neue Gesundheitskarte soll helfen, Diskriminierung zu verhindern und bei den Kommunen für weniger Bürokratie sorgen. Die Behandlungskosten trägt größtenteils das Land. Die Kommunen zahlen eine Verwaltungsgebühr an die Kassen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.01.2016 | 18:00 Uhr