Stand: 24.02.2016 18:57 Uhr

Gelöbnis der Bundeswehr in schwierigen Zeiten

In der Türkei, in Mali, in Syrien - überall sind Soldaten aus Schleswig-Holstein im Einsatz. Etwa 800 meist junge Rekruten haben am Mittwochnachmittag in Husum ihr Gelöbnis abgelegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch sie zu Auslandseinsätzen eingezogen werden, ist hoch. Aber sie wollen Deutschland verteidigen - egal, was da kommt. Marcel P. hat die Herausforderung angenommen. "Das gehört zu meinem Beruf dazu", sagte der 34-Jährige heute am Rande der feierlichen Zeremonie auf dem Marktplatz in Husum (Kreis Nordfriesland).

"Die Bundeswehr gibt auch Älteren noch eine Chance"

Zeitsoldat Marcel P. weiß bereits genauer, worauf er sich einlässt. Er war bis 2008 bereits vier Jahre bei der Armee, auch im Auslandseinsatz in Bosnien. Nun hat sich der Elektroinstallateur erneut verpflichtet - als Stabsunteroffizier für Stromanlagen bei der Streitkräftebasis in Husum. "Die Bundeswehr gibt auch Älteren noch eine Chance", sagte Marcel P., der zuletzt privat im Sicherheitsbereich gearbeitet hatte. 

Oberst fordert "Anerkennung der Verwandten"

Auf die freiwillig Wehrdienstleistenden wie Alina W. kommt kein Auslandseinsatz zu. 2015 machte sie ihr Abitur, vor zwei Monaten begann sie den freiwilligen Wehrdienst bei den Pionieren. "Ich probiere es mal aus", sagte die 19-jährige Hamburgerin, die statt bei ihren Eltern nun in der Kaserne in Husum lebt. Nach dem Ende der Grundausbildung in gut vier Wochen solle sie erst mal im Personalbereich arbeiten.

Dabei ist solch ein Wechsel für junge Menschen nicht immer ganz einfach. Das weiß auch Oberst Thomas Groeters vom Spezialpionierregiment 164. Und so galt sein erster Gruß, nachdem die Soldaten hinter ihren Truppenflaggen aufmarschiert waren, auch den Müttern und Vätern. "Anerkennung der Verwandten und Familie ist einer der wesentlichen Faktoren, die motivierend auf unsere Soldaten wirken", sagte Groeters. Wie zahlreiche andere Soldaten hatte auch Alina W. ihre Eltern zum Gelöbnis mitgebracht. "Sie stehen hinter mir", sagte sie.

Soldaten feiern Gelöbnis auf dem Husumer Markt

Rekruten aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen

Sie und die anderen Rekruten aus vier Stützpunkten in Schleswig-Holstein sowie aus dem niedersächsischen Nienburg an der Weser versprachen "der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen". Bei der Formel handle es sich um keine leere Worthülse, sagte Oberst Groeters an die Soldaten gerichtet. "Sie dienen in Zeiten, in denen es eher en vogue scheint zu kritisieren", sagte der Kommandeur. Ob in Husum, in Flensburg oder im Auslandseinsatz: Ihr Dienst trage dazu bei, den Rechtsstaat zu verteidigen. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.02.2016 | 16:00 Uhr