Stand: 24.08.2017 05:00 Uhr

So ist der Ausbau der Windenergie in SH geplant

Beim Thema Energiewende setzt Schleswig-Holstein auf den Ausbau der Windenergie. Bis 2025 will das Land doppelt so viel Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugen, wie es verbraucht. Mit mehr als 6 Gigawatt onshore und mehr als 1,4 Gigawatt offshore, die in Schleswig-Holstein ans Netz angeschlossen sind, ist die Windenergie der größte Produzent von Strom aus Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein.

Wie viele Windräder gibt es in Schleswig-Holstein?

Aktuell sind zwischen Nord- und Ostsee etwa 2.890 Windräder (Stand Juni 2017) in Betrieb. Die meisten davon stehen in den Kreisen Dithmarschen (836) und Nordfriesland (717). Weitere 287 Windräder stehen kurz vor der Inbetriebnahme. Mit 73 neu errichteten Windenergieanlagen an Land hat Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr 2017 in Deutschland nur den vierten Platz erreicht. Davor lagen Niedersachsen (203), Nordrhein-Westfalen (114) und Brandenburg (78).

Wie viel Windstrom ist an Land geplant?

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Derzeit erzeugen die sich im Betrieb befindlichen Windräder im Land mehr als 6 Gigawatt. Bis 2025 sollen die Windräder zwischen Nord- und Ostsee zehn Gigawatt Leistung erbringen. Sie produzieren dann laut Experten genug Ökostrom, um nicht nur Schleswig-Holstein zu versorgen, sondern decken auch den Verbrauch Hamburgs ab. Aufgrund seiner vielen Industriebetriebe verbraucht die Hansestadt rein rechnerisch etwa doppelt so viel Strom wie das nördlichste Bundesland.

Wie viele Windräder sind vorgesehen?

Die Regierung will das Aufstellen von Windrädern auf 1,98 Prozent der Landesfläche (sogenannte Vorranggebiete) erlauben. Insgesamt sind das mehr als 31.000 Hektar. Etwa ein Viertel der Fläche ist neu. Prüfen will die Koalition, ob das sogenannte Repowering (ersetzen alter Windanlagen durch neue) insbesondere an windreichen Standorten an der Westküste möglich ist, die außerhalb der vorgesehenen Windkraft-Gebiete liegen. 

Wie viel Abstand müssen Windräder zu Häusern haben?

Die Mindestabstände zu Einzelhäusern müssen laut Koalitionsvertrag von CDU, Grünen und FDP mindestens 500 Meter betragen und 1.000 Meter zu Siedlungen. Darüber hinaus gelten weitere Kriterien: Von Einzelhäusern muss der Abstand mindestens die dreifache Windradhöhe betragen, zu Siedlungen gilt das Fünffache.

Die Regionalpläne im Detail

Planungsraum I

Der Planungsraum I umfasst die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg. mehr

Planungsraum II

Im Osten des Landes gehören die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön zum Planungsraum II. mehr

Planungsraum III (West)

Die Kreise Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg liegen im westlichen Teil des Planungsraums III. mehr

Planungsraum III (Ost)

Der östliche Teil des Planungsraums III umfasst die Kreise Segeberg, Ostholstein, Stormarn und Herzogtum Lauenburg. mehr

Welche Besonderheiten gibt es noch?

Teile des Kreises Plön sind zum Schutz der Seeadler komplett ausgenommen. An der Nordsee gibt es einen unterschiedlich breiten Küstenschutz-Streifen. In den Kreisen Dithmarschen und Nordfriesland sollen sich künftig etwas weniger Windmühlen drehen. Dafür sollen deutlich mehr Anlagen im Kreis Rendsburg-Eckernförde stehen.

Warum muss das Land überhaupt neue Pläne erstellen?

Anfang 2015 hatte das Oberverwaltungsgericht die alten Regionalpläne für Windeignungsgebiete gekippt und damit für Verunsicherung gesorgt. Um den Ausbau voranzutreiben und dabei Wildwuchs zu verhindern, entschied der Landtag daraufhin, neue Anlagen vorläufig grundsätzlich zu untersagen, zugleich aber Ausnahmen zu erlauben. Die Veränderungssperre für die Windkraft gilt, bis im zweiten Halbjahr 2018 die neue Windkraft-Regionalplanung des Landes in Kraft tritt.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Die Landesregierung hatte Anfang 2017 die detaillierten Pläne ausgelegt. So konnte jeder im Internet sehen, wo die 354 Vorrangflächen konkret liegen. Per Online-Tool hatten Nutzer die Möglichkeit, bis Ende Juni dieses Jahres Einwände zu erheben. Nun wertet die Regierung die Einwände aus. Sie will im Herbst 2017 einen zweiten Entwurf vorlegen. Läuft alles glatt, sollen die Pläne im Sommer 2018 greifen. Alternativ könnte es eine dritte Anhörungsrunde geben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.08.2017 | 05:00 Uhr

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