Stand: 15.12.2016 18:36 Uhr

Forschungsprojekt: Solarzellen zum Ausrollen

von Frank Hajasch

Mit spitzen Fingern schiebt Sabrina Jahns hauchdünne, glasklare Folie unter eine Druckwalze. Mit ihr lassen sich feinste Strukturen prägen. So kann der Plastikfilm später zur Solarzelle werden. "Was bei uns im Labor funktioniert, geschieht zurzeit auch im süddänischen Sonderburg", erklärt die promovierte Elektrotechnikerin. "Dort haben unsere Partner von der Syddansk Universitet eine große Rotationsdruckmaschine stehen. Mit der können wir solche lichtempfindliche Folie noch um ein Vielfaches größer herstellen."

Solarzellen aus Schleswig-Holstein

Die biegsamen Solarzellen aus Schleswig-Holstein sollen den Markt der erneuerbaren Energien revolutionieren. Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) haben dafür mit Forschern aus Süddänemark und Unternehmen aus der Region das Projekt "RollFlex" gegründet. Am Donnerstag wurde es vorgestellt.

Schicht für Schicht und alles hauchdünn

Was an der Technischen Fakultät der Uni Kiel erfolgreich läuft, wird neuer Standard in der Solartechnik - da sind sich die Kieler Wissenschaftler einig. "Statt großer Module auf Dächern oder Wiesen wird es zukünftig mehr flexible Solarzellen geben", sagt Jahns. "Denn damit lassen sich auch Häuser- und Fahrzeugdächer oder große Glasfronten bestücken."  

Solche Solarzellen wachsen auf einem hauchdünnen Trägermaterial. Das kann Folie sein. Die Forscher arbeiten aber auch mit Glas. Schicht für Schicht entsteht darauf die Zelle. Das Besondere: Die neue Technik besteht bis auf geringe Teile aus organischem Material. Beim Projekt "RollFlex" ist das Kohlenstoff. "Im Vergleich zu herkömmlichen Silizium-Zellen gewinnen wir so mechanische Flexibilität. Außerdem ist das Gewicht deutlich geringer. Und die Kosten bei der Herstellung sinken", erklärt Jahns.

Drucken nach klassischer R2R-Technologie

Die Produktion der organischen Solarzellen ist ohne die R2R-Technologie nicht denkbar. Wie bei Zeitungen oder Plakaten bedrucken dabei zwei Walzen das Trägermaterial. "Am Ende enthalten die Druckschichten auch kleinste Bauteile wie flexible Elektronik oder Leuchtdioden", sagt Jahns.

Und so können dann nicht nur Solarzellen entstehen. Die Kieler Forscher denken schon über neue Möglichkeiten für Beleuchtung, Displays oder Photovoltaik nach.

Eine bedruckte Folie © FUMT R&D GmbH

Solarzellen zum Ausrollen

NDR 1 Welle Nord -

Dünn wie Folie und genauso biegsam: Ein Deutsch-dänisches Forschungsprojekt befasst sich mit Solarzellen. Im Mittelpunkt des Projekts steht eine große Druckmaschine.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Ostseemagazin | 15.12.2016 | 21:05 Uhr

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