Stand: 26.01.2016 15:32 Uhr

Flüchtlinge: Schleswig-Holstein hilft Hamburg

Schleswig-Holstein ist bereit, eine Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge aus Hamburg zu eröffnen. Etwa 1.000 Flüchtlinge aus der Hansestadt könnten von April an in einer Erstaufnahme-Einrichtung in Schleswig-Holstein unterkommen. Das signalisierte Innenminister Stefan Studt (SPD) am Dienstag. Anders als in Hamburg sei die Flüchtlings-Situation in Schleswig-Holstein vergleichsweise entspannt, sagte Studt. Als möglichen Standort nannte er eine ehemalige Kaserne in Bad Segeberg. "Wir wollen helfen, und wir werden helfen", sagte Studt.

Wer sorgt für die Sicherheit?

Über die Modalitäten einer Hilfe für Hamburg sind Innenministerium und Innenbehörde im Gespräch. Dabei geht es auch um Kompensationen für den Personal- und Kostenaufwand. Die Einrichtung in Bad Segeberg soll von schleswig-holsteinischen Polizisten bewacht werden. Nach ihrem Erstaufenthalt im Norden sollen die Hamburger Flüchtlinge nicht in Schleswig-Holstein auf die Kommunen verteilt werden, sondern in die Hansestadt zurückkehren.

Schleswig-Holstein plant weitere Erstaufnahmen

In Schleswig-Holstein sind in 13 Erstaufnahmen von 12.000 Plätzen derzeit 6.000 belegt. Weil aber nicht abzusehen sei, wie sich der Flüchtlingsstrom entwickelt, würden dennoch weitere Erstaufnahme-Stellen geplant. In Bad Segeberg werde derzeit bereits gebaut, so dass von April an dort Flüchtlinge auch aus Hamburg aufgenommen werden können, sagte Stefan Studt.

Zahlen und Grafiken: Verteilung der Flüchtlinge

Kaum noch Transitflüchtlinge im Norden

2015 waren gut 55.000 Menschen aus 61 Nationen nach Schleswig-Holstein gekommen. 35.000 davon blieben dort. Nach Polizeiangaben passierten 66.000 sogenannte Transitflüchtlinge das Land in Richtung Skandinavien. In den letzten Tagen seien es nur rund 15 am Tag gewesen. Die Maßnahmen Schwedens und Dänemarks hätten Wirkung gezeigt, sagte der Flüchtlingskoordinator der schleswig-holsteinischen Landespolizei, Joachim Gutt. Ebenfalls am Dienstag entschied das dänische Parlament, die Asylgesetze erneut zu verschärfen.

Weitere Informationen

Flüchtlinge aus Hamburg nach Schleswig-Holstein?

Flüchtlinge aus Hamburg sollen künftig auch in Schleswig-Holstein untergebracht werden können. Die Länder verhandeln über eine konkrete Vereinbarung, allerdings könnte es noch Monate dauern. mehr

Wenn die Flucht in Schleswig-Holstein endet

Irak, Syrien und Afghanistan sind nur drei Beispiele: Menschen flüchten aus Kriegs- und Krisengebieten Richtung Europa - auch nach Schleswig-Holstein. NDR.de zeigt, was sie dort erwartet. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.01.2016 | 17:00 Uhr