Stand: 03.03.2017 17:42 Uhr

Fehmarnbelt-Streit: SH will nach vorne gucken

Das sah nach ordentlich Krach aus zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark Anfang der Woche: Der dänische Verkehrsminister Ole Birk Olesen (Liberale Allianz) hatte in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ungewöhnlich offen das Planungsverfahren für den Fehmarnbelttunnel in Schleswig-Holstein kritisiert. Am Freitag haben sich beide Seiten beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr getroffen und das Thema besprochen. Eine dänische Delegation war auf Einladung des schleswig-holsteinischen Landtags dort. Das war schon länger geplant - die Dänen wollten sich über den Ausbau der A 7 und die Rader Hochbrücke informieren. Olesen kam quasi als Überraschungsgast mit.

"Schleswig-Holstein steht zum Fehmarnbelttunnel"

"Wir waren uns heute einig, dass wir nach vorne gucken müssen", sagte Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele dem Schleswig-Holstein Magazin. Es sei besser miteinander als übereinander zu sprechen. "Ich habe dem Minister gesagt, dass Schleswig-Holstein zu dem Projekt steht." Das Land werde alles tun, um den Tunnel im Zeitplan baureif zu machen. Allerdings habe Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) den dänischen Vertretern auch noch einmal erklärt, wie lange so eine Planung in Deutschland dauere. Olesen selbst äußerte sich dazu beim Besuch in Schleswig-Holstein am Freitag nicht.

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An der Rader Hochbrücke haben sich Olesen (l.) und Nägele über den Ausbau der A 7 ausgetauscht - laute Kritik am Projekt Fehmarnbelttunnel gab es nicht.
Olesen: Projekt in Gefahr?

In seinem Brandbrief hatte er geschrieben, wenn sich das ganze Projekt weiter verzögere, lasse das ernste Zweifel aufkommen an den Fähigkeiten der Behörden, den Staatsvertrag umzusetzen. Dies habe das Potenzial, das gesamte Projekt zu gefährden. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) habe ihn schon im Dezember informiert, dass sich die Planung um sechs Monate verzögere. Einen neuen Zeitplan habe die schleswig-holsteinische Seite aber noch nicht aufgestellt.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 03.03.2017 | 19:30 Uhr

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