Stand: 03.05.2017 16:29 Uhr

Falkenküken wachsen am Atomkraftwerk auf

Der Abluftkamin des Atomkraftwerks (AKW) Brunsbüttel, auf einer Höhe von 60 Metern - für eine junge Vogelfamilie ist das offenbar der perfekte Ort. Hier zieht ein Wanderfalkenpärchen seit wenigen Tagen seine Küken auf. Zwischen dem 28. April und dem 1. Mai sind die Jungvögel geschlüpft. Ein Ei liegt noch im Nistkasten. "Wir warten täglich auf das letzte Küken. Aber es kann auch sein, dass da etwas schief gegangen ist und das nicht mehr passiert", sagt Olaf Hiel, der im Atomkraftwerk Brunsbüttel arbeitet.

Seit 1996 kommen Wanderfalken hierher

Mit einer internen Livekamera können er und seine Kollegen täglich verfolgen, was in dem Nest am Abluftkamin passiert. "Das Interesse daran ist hier unheimlich groß", sagt Hiel. Kein Wunder, schließlich gehören die Vögel quasi zum Atomkraftwerk dazu. Den Nistkasten am Schornstein gibt es seit 1993. "Seit 1996 sind regelmäßig Tiere da", erzählt Hiel. Sie kommen immer im Dezember oder Januar. Die Eier liegen dann irgendwann im Frühjahr im Nest. "Diesmal war das Erste am 20. März da", erinnert sich Hiel. Er vermutet, dass das selbe Paar, das im Moment seine Jungen aufzieht, schon seit Jahren auf den Kamin kommt.

AKW-Mitarbeiter retten Falken

Bis die Küken flügge werden, dauert es etwas mehr als 40 Tage. Und das wird dann nochmal richtig spannend. "Mit unseren Kameras können wir das verfolgen", berichtet Hiel. Manchmal stellen sich die Vögel bei ihren ersten Flugversuchen aber auch ungeschickt an. So flog vergangenes Jahr ein junger Wanderfalke gegen das Gebäude des AKW und lag verletzt zwischen der Gasturbine und der Schaltanlage. "Ich habe ihn mit meiner Jacke eingefangen und zur Wildtierhilfe Fiel in der Nähe von Nordhastedt (Kreis Dithmarschen) gebracht", berichtet Hiel. Dort wurde das Tier wieder aufgepäppelt. "Das ist schon toll, das mitzuerleben", sagt er.

Weitere Informationen

Wanderfalken stehen auf Kraftwerke im Land

Wanderfalken brüten meist in den Bergen und auf hohen Felsen. Es gibt sie aber auch in Schleswig-Holstein. Ein Paar brütet seit drei Jahren auf dem Kühlturm des Kernkraftwerks Brunsbüttel. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 03.05.2017 | 19:30 Uhr

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