Stand: 08.03.2016 17:18 Uhr

Ermittler untersuchen das Wrack der "Condor"

Das Rätsel um den vor Fehmarn gesunkenen Fischkutter ist immer noch nicht gelöst. Zwei Ermittler der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) haben das Wrack am Dienstag zwar vier Stunden lang untersucht und Fotos gemacht. Neue Erkenntnisse konnten sie aber noch nicht liefern. Spekulationen, wonach ein Fehler der beiden Fischer zu dem Schiffsunglück geführt haben soll, wollten die Ermittler weder bestätigen noch dementieren. Auch dazu, ob das Schiff möglicherweise überladen war, wollten sie nichts sagen. Dafür sei es noch viel zu früh.

Ermittler wollen Untergang rekonstruieren

Den Spezialisten ist bei der Untersuchung des Motors nichts Ungewöhnliches aufgefallen. Ob es offene Luken an Bord gab und ob der Vorwärts- oder der Rückwärtsgang eingelegt war, wollten die Ermittler nicht sagen. Bis Ende der Woche wollen sie weiter nach Hinweisen suchen, um so den Untergang zu rekonstruieren.

Bergung in der Dunkelheit

Am Montagabend hob ein 45 Meter hoher Bergekran das Schiff vom Grund der Ostsee. Böen mit Windstärke 5 und hohe Wellen hatten die Arbeiten erschwert. Die Spezialisten aus Rostock mussten das Manöver immer wieder verschieben. Erleichterung bei allen, als Bergungsleiter Jens-Olaf Pap gegen 20.30 Uhr verkündete: "Der Kutter ist oben." Das Wrack scheint äußerlich so gut wie unbeschädigt. "Weder unter noch über Wasser konnten wir etwas feststellen", sagte Pap.

Mehr als zehn Tauchgänge

Die Taucher mussten äußerst vorsichtig sein. Sie wollten keine Spuren vernichten. Der Fischkutter ist Baujahr 1943. "Dann kamen wir nicht richtig durch, weil die Fischernetze unter dem Schiff lagen. Die störten unseren Weg", sagte Bergungsleiter Jens-Olaf Pap NDR 1 Radio MV. Taucher zerschnitten schließlich die Fischernetze und befreiten damit auch zahlreiche Fische. Anschließend konnten sie Hebegurte unter das Wrack legen. "Wir haben weit über zehn Tauchgänge gemacht", sagte Pap. Es lag in 22 Metern Tiefe auf der Steuerbordseite.

Fehmaraner rätseln über Ursache

Die "Condor" war am 6. Februar etwa drei Seemeilen östlich von Fehmarn untergegangen - bei gutem Wetter und ruhiger See. Zwei Fischer kamen dabei ums Leben. Viele Fischerkollegen, Angehörige und Fehmaraner wollen wissen, warum der Kutter untergegangen ist. Denn darüber wird gerätselt. Das Rettungsfloß, das normalerweise durch eine Reißleine automatisch aufgeblasen wird, verhakte sich offenbar im Mast. Die beiden Fischer, die zum Zeitpunkt des Unterganges wahrscheinlich auf dem offenen Deck standen, verloren so ihre einzige Rettungsmöglichkeit. Der Kutter hatte kein Notsignal gesendet.

Der Untergang der "Condor"

Weitere Informationen
02:13 min

Aktuelles zur Bergung der "Condor" vor Fehmarn

08.03.2016 08:33 Uhr
NDR 1 Radio MV

Interview mit dem Rostocker Bergungsleiter Jens-Olaf Pap. Audio (02:13 min)

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 08.03.2016 | 19:30 Uhr