Stand: 25.07.2017 11:28 Uhr

Ein explosiver Job - die Bombenentschärfer

"Seit ich hier beim Kampfmittelräumdienst bin, vergeht kein Morgen, ohne dass ich zu meiner besseren Hälfte hingehe - egal ob sie nun schläft oder wach ist - und wir uns vernünftig verabschieden. Man muss einfach mit der Gewissheit leben, dass man nicht weiß, wie der Tag verläuft", erzählt Hauke Seib. Er und seine Kollegen vom Kampfmittelräumdienst Groß Nordsee müssen anrücken, wenn Blindgänger-Hinweise eingehen.

Ein Punkt, so groß wie ein Stecknadelkopf

An diesem Tag gibt es einen Hinweis. Mitten auf einem Pausenhof einer Kindertagesstätte. Gleich drei Verdachtspunkte haben die Kollegen von der Luftbildauswertung ausgemacht. Sie hatten zuvor ein Kriegsluftbild von 1945 mit der Kieler Karte von heute verglichen. Bomben, die detoniert sind, hinterlassen einen deutlichen Krater auf dem Luftbild. Solche, die nicht explodiert sind, hinterlassen auf dem Bild einen schwarzen Punkt, der so groß ist wie ein Stecknadelkopf - einen Verdachtspunkt.

Bohren, wo eine Bombe liegt

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Tim Thode muss 19 Mal genau dort bohren, wo eine Bombe liegen könnte.

Bevor die drei Verdachtspunkte freigelegt werden können, müssen Sonden den Bereich erforschen. Das bedeutet: 19 Mal bohren, direkt neben einem Verdachtspunkt, der eine Bombe beinhalten könnte. "Das erste Mal ist immer ein mulmiges Gefühl. Man geht mit Vorsicht ran, aber den nötigen Respekt muss man immer haben. Wenn man auf Widerstand stößt, muss man anhalten und versetzen", sagt Tim Thode, der die Bohrung durchführt.

Sonden erforschen das Magnetfeld

Wenn die Sonden in die Löcher gelassen werden, stellen sie ungewöhnliche Störungen im Erdmagnetfeld fest. Heute gibt es gleich beim ersten Punkt einen Treffer. Die Sonde zeigt eine deutliche Störung an. "Weil es sich um einen Verdachtspunkt handelt, liegen genug Fakten vor, um mit 80 prozentiger Sicherheit von einer Bombe auszugehen", erklärt Heinz Kollath vom Kampfmittelräumdienst. Jetzt muss Hauke Seib anfangen, Erde abzutragen. Bis zu 50 Zentimenter darf er sich dem Objekt nähern - keine ungefährliche Aufgabe.

Zu zweit gegen den Zünder

Kurze Zeit später ist klar: Hier liegt ein Zerscheller. So nennt der Kampfmittelräumdienst Fliegerbomben, die zerbrochen, aber nicht explodiert sind. Der gefundene TNT Brocken ist hochgiftig und mit Zünder noch immer explosiv. Das müssen die Entschärfer ändern. Sie rücken laut Kampfmittelräumdienst immer nur zu zweit an. "Es sind immer nur zwei Mann da, damit nicht mehr Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn etwas passieren sollte."

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 25.07.2017 | 19:30 Uhr

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