Stand: 18.05.2017 09:15 Uhr

Der Retter der Edelkrebse

Sonnenwarme Gewässer liebt der Europäische Flusskrebs, auch Edelkrebs genannt. Aber er reagiert empfindlich auf Umwelteinflüsse. Und der Fakt, dass der Mensch den Kamberkrebs und den Signalkrebs, beide aus Nordamerika, in deutschen Gewässern angesiedelt hat, macht ihm zu schaffen. So stark, dass der Edelkrebs in Schleswig-Holstein vom Aussterben bedroht ist.

Eine Hand voll Flusskrebse

Der Flusskrebsretter aus Kiel

Schleswig-Holstein Magazin -

Umweltwissenschaftler Kai Lehmann setzt sich dafür ein, den vom Aussterben bedrohten Flusskrebs Astacus astacus zu retten. Dessen größte Feinde sind: zwei andere Krebse.

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Krankheit bedroht heimische Art

"Es ist so, dass die invasiven Krebse eine sehr gefährliche Krankheit übertragen können: die sogenannte Krebspest. Die verläuft für die heimischen Krebse tödlich. Das heißt, innerhalb weniger Wochen verschwindet der Bestand", erklärt Kai Lehmann, Umweltwissenschaftler von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Außerdem vermehren sich die Eindringlinge schneller als die Edelkrebse - und fressen den heimischen Krebsen die Nahrung weg. Lehmann will das aber so nicht hinnehmen - und den Edelkrebs im Norden wieder ansiedeln.

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Umweltwissenschaftler Kai Lehmann will den Edelkrebs wieder heimisch machen in Schleswig-Holstein.
Ein Teich für Edelkrebse

Wie? Durch Zucht. Dafür arbeitet Lehmann mit einem Edelkrebszüchter bei Schleswig zusammen. Er will den Bestand der Tiere so langfristig stabilisieren. Auch ein Angelsportverein bei Schleswig ist mit im Boot. Die Mitglieder pflegen einen Teich, in dem sich die Edelkrebse ungehindert entwickeln können.

Vom Teich in andere Gewässer?

Doch die Gefahr - in Form der feindlichen Signalkrebse - ist immer da. Eine Mühle, die eigentlich verhindern soll, das feindliche Organismen in den Teich gelangen, haben die Tiere jüngst überwunden. Sie kletterten einfach eine Mauer hoch - und - schwups - waren sie im Edelkrebsteich. Lehmann und den Leuten vom Angelsportverein blieb nichts anders übrig, als die Signalkrebse zu töten, um die sich gerade entwickelte Population der Edelkrebse zu schützen. Er will, dass diese Tiere bald wieder eine Rolle in schleswig-holsteinischen Gewässern spielen und irgendwann auch wieder als Nutztiere gefangen werden können.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 17.05.2017 | 19:30 Uhr

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