Stand: 28.05.2015 16:52 Uhr

Deich soll Nordstrand für Klimawandel rüsten

Nach Angaben des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) wird es Schleswig-Holsteins modernster und technisch anspruchsvollster Deich: der neue Klimaschutzdeich für Nordstrand (Kreis Nordfriesland). Er ist etwas höher als eine herkömmliche Version, zum Meer hin sehr viel breiter und dadurch auch für die Folgen des Klimawandels gerüstet - so sieht es zumindest der Generalplan Küstenschutz vor, den die Landesregierung Ende 2012 beschlossen hatte. Denn der Deich kann - falls in einigen Jahrzehnten erforderlich - relativ einfach durch das Aufsetzen einer Kappe um einen Meter erhöht werden. Mit diesem Konzept ist das Land laut LKN Vorreiter in Europa.

Deich soll langfristig Kosten sparen

Der Schutz vor Sturmfluten hat auch für Nordstrand oberste Priorität. Der 2,5 Kilometer lange Deich zwischen Norderhafen und Strucklahnungshörn, der etwa 612 Hektar Fläche und 370 Einwohner schützt, kostet rund 27 Millionen Euro. Ein Klimaschutz-Deich ist im Vergleich zu einem herkömmlichen Deich rund 20 Prozent teurer. "Spätere Generationen können dann bis zu 80 Prozent der Baukosten einsparen", erklärte LKN-Chef Johannes Oelerich. Im Herbst kommenden Jahres soll der Deich fertig sein.

Weicher Boden macht den Deich teuer

Nordstrands Klimaschutzdeich Alter Koog wird mit einer Höhe von 8,70 Meter über dem mittleren Meeresspiegel in etwa so groß wie der Klimaschutz-Deich in Büsum (Kreis Dithmarschen) - aber fast doppelt so teuer. Grund ist der extrem weiche Boden, der ohne aufwändige Vorbereitungen den starken und schweren Deich nicht tragen könnte. So genannte Geowaben dienen als Bodenverstärkung. Das sind Flechtzäune aus Kunststoff, die mit Schotter gefüllt werden. Auf einem besonders weichen Bodenabschnitt sollen zusätzlich 2.000 Sandsäulen für Halt sorgen. Dazu werden schlauchförmige Gewebesäcke aus durchlässigem Vliesstoff mithilfe von Stahlrohren im Boden versenkt und mit Sand gefüllt.

Viel Arbeit in den kommenden Jahren

Schleswig-Holstein gibt nach eigenen Angaben jedes Jahr rund 63 Millionen Euro aus, um seine Küstenbewohner vor Sturmfluten zu schützen. Insgesamt gibt es laut Umweltministerium 433 Kilometer Landesschutzdeiche. 93 Kilometer davon müssen in den kommenden Jahren verstärkt werden.

Karte: Hier entsteht der Klimaschutzdeich Alter Koog

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.05.2015 | 17:00 Uhr

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