Stand: 09.03.2016 13:48 Uhr

Darf die Urne auf den Kamin?

Bild vergrößern
Die Piraten fordern, dass die Urne eines Verstorbenen auch zu Hause aufbewahrt werden darf.

Die Urne auf dem heimischen Kamin, unter dem Apfelbaum auf dem Grundstück oder die Asche verstreut im Garten - die Piraten in Schleswig-Holstein können sich das gut vorstellen und fordern deswegen, das Bestattungsgesetz zu ändern. Am Mittwoch hat der Landtag darüber debattiert. Nach Meinung der Piraten-Fraktion ist die übliche Erdbestattung in Schleswig-Holstein längst nicht mehr die Regel. Die anderen Fraktionen im Landtag sind offen dafür, das Regelwerk für Bestattungen zu verändern. Sie machten aber deutlich, dass es noch viele Detailfragen gibt, die es zu klären gilt.

CDU: Urne nicht auf den Kamin

Konkret sprechen sich die Piraten unter anderem dafür aus, dass Hinterbliebene die Urne von Verstorbenen für zwei Jahre auch zu Hause aufbewahren können. Grundlage soll der schriftliche Wille des Verstorbenen sein. Aus der CDU kamen kritische Töne. "Für mich ist die Urne auf dem Kaminsims keine Alternative", erklärte die Unions-Abgeordnete Petra Nicolaisen. Für sie bleiben offene Frage: Wer garantiert zum Beispiel, dass die Urne nach zwei Jahren tatsächlich beigesetzt wird?

Ministerin: Breiter Konsens notwendig

Die Grünen stellten in der Debatte die Frage, ob es mit der Totenwürde vereinbar sei, wenn die Asche privat aufbewahrt oder auf einem Privatgrundstück verstreut werde. Für Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) steht fest, dass ein breiter Konsens ist der Gesellschaft notwendig sei, bei einer Frage die ethisch nicht einfach sei.

Weitere Informationen

Bestattung: Von der Pyramide zum Waldgrab

Die Geschichte der Bestattung ist so alt wie die der Menschheit. Religiöse und kulturelle Einflüsse sorgten für stetigen Wandel. Ein Überblick. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.03.2016 | 14:00 Uhr