Stand: 04.03.2016 19:22 Uhr

Dänemark hält an Fehmarnbelt-Tunnel fest

Bild vergrößern
Der Fehmarnbelt zwischen Puttgarden auf Fehmarn und der dänischen Insel Lolland: Dänemark hält an der Planung eines Tunnels unter dem Meeresabschnitt fest.

Der Bau des geplanten Fehmarnbelt-Tunnels ist wieder wahrscheinlicher geworden. In Dänemark steht eine politische Mehrheit weiter hinter dem Milliarden-Projekt - trotz gestiegener Kosten und vieler Verzögerungen. Das stellten die Parteien, die das Vorhaben unterstützen, am Freitag bei einer Abstimmung im Parlament in Kopenhagen klar. "Das ist eine gute Nachricht für Schleswig-Holstein", sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD). Er freue sich über die breite politische Mehrheit des dänischen Parlaments für den Tunnel. "Für ein Land wie Schleswig-Holstein ist dieses Projekt gerade in der Transportkette in Richtung Skandinavien von außerordentlich großer Bedeutung", sagte er.

Erleichterung auch bei der dänischen Regierung

Dänemarks Verkehrsminister Hans-Christian Schmidt (Venstre-Partei) sagte nach dem Votum im Parlament: "Ich finde, dass dieses Projekt wieder in der richtigen Spur ist." Zuletzt hatten immer mehr dänische Politiker an der Umsetzung des rund 18 Kilometer langen Tunnels zwischen Puttgarden auf Fehmarn und der dänischen Insel Lolland gezweifelt. Durch Nachverhandlungen mit den Bauunternehmen konnte das Budget bei einer längeren Bauzeit aber zuletzt auf rund 7,1 Milliarden Euro gesenkt werden. Das hatte die Parteien besänftigt.

Genehmigungen in Deutschland fehlen noch

Dänemark finanziert das Projekt weitgehend allein. Deutschland muss nur für die Hinterlandanbindung auf deutscher Seite sorgen. Die Baupläne für den Tunnel ziehen sich aber hin, weil die deutsche Genehmigung noch nicht vorliegt. Wenn das bis 2019 nicht der Fall ist, bekämen die Bauunternehmen eine Entschädigung von 300 Millionen dänischen Kronen (rund 40 Mio Euro), hieß es am Freitag.

Widerstand von Naturschutzverbänden ungebrochen

Im Gegensatz zu Dänemark hatte es in Deutschland Tausende Einwendungen gegen den Tunnelbau gegeben - etwa von Naturschützern. Diese rechnen weiter damit, dass sie das Mammutprojekt verhindern können. Der Naturschutzbund werde sich "mit allen zur Verfügung stehenden juristischen Mitteln" gegen die Planungen wehren, teilte ein Nabu-Sprecher mit.

Weitere Informationen

Der lange Weg zur festen Querung

Nach langen Debatten haben Bundestag und Bundesrat grünes Licht für den Bau einer festen Querung über den Fehmarnbelt gegeben. Die Chronologie eines Mammutprojekts, das 1960 begann. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.03.2016 | 13:00 Uhr