Stand: 14.01.2016 16:54 Uhr

Container-Intensivstation für mehr Sicherheit

Nach der Keimkrise am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) vor einem Jahr wird nun eine provisorische Intensivstation errichtet. Handwerker bauen auf dem Gelände der Klinik in Kiel aus 23 Containermodulen die neue Station, die sich über zwei Stockwerke erstrecken soll. Sie muss noch eingerichtet werden. Im April soll die Interims-Intensivstation fertig sein. "Hier können wir 24 Patienten beatmen und komplett an lebenserhaltende Systeme anschließen", sagt Doktor Stefan Schreiber, Direktor der Klinik für Innere Medizin. Insgesamt investiert das Land für die Übergangslösung knapp acht Millionen Euro.

Die Container-Intensivstation wächst

Mehr Einzelzimmer

Klinik-Chef Jens Scholz will mit den Containern die Sicherheit der Patienten erhöhen - bis der Neubau der Intensivstation Ende 2018 fertig ist. In dem Container-Dorf können mehr Kranke in Einzelzimmern behandelt werden. Die Ausbreitung eines multiresistenten Keims im vergangenen Jahr war auch auf eine zu geringe Zahl an Einzelzimmern auf der Intensivstation zurückgeführt worden.

Infizierter im Drei-Bett-Zimmer

Im Januar 2015 wurden mehrere Patienten im UKSH mit dem multiresistenten Keim Acinetobacter baumannii infiziert. Mehrere Menschen starben. Mitgebracht hatte den Keim nach Angaben des UKSH ein Türkei-Urlauber. Der Mann wurde nach einer Operation auf der Intensivstation nicht in ein Isolier-Zimmer verlegt, denn diese Zimmer waren alle belegt. Er kam in ein Drei-Bett-Zimmer.

Auch die Frauenklinik des UKSH zieht vorübergehend in einen solchen Bau. Die insgesamt 56 Container-Module stehen bereits.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.01.2016 | 17:00 Uhr