Stand: 21.04.2017 15:16 Uhr

Bundeswehr in SH bekommt eine halbe Milliarde

Die Bundeswehr will in den kommenden zehn Jahren massiv in ihre Standorte in Schleswig-Holstein investieren. Bei einem Besuch der Marine in Kiel hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) Ausgaben in Höhe von einer halben Milliarde Euro für Sanierungen und Modernisierungen angekündigt. Allein in den Marinestützpunkt Kiel sollen laut von der Leyen 100 Millionen Euro fließen - vor allem in die Infrastruktur, aber auch ins Personal. Die Einsatzflottille 1, der die Politikerin am Freitag einen Besuch abstattete, soll von momentan 4.000 auf 5.000 Soldaten anwachsen. Mit Einsätzen im Mittelmeer oder vor Ostafrika sei die Bandbreite des Verbandes enorm groß und daher wichtig für die Marine, so die Ministerin. In welche Bereiche der Bundeswehr die anderen Millionen fließen sollen, ließ die CDU-Politikerin offen.

Von der Leyen: Werden keine 2,9 Milliarden bezahlen

Politische Brisanz hatte von der Leyens Besuch durch Schlagzeilen über die geplanten fünf neuen Korvetten der Marine erhalten. Sie sollen nach einem Bericht des "Handelsblattes" statt 1,5 Milliarden Euro angeblich 2,9 Milliarden Euro kosten. Nachdem sich das Verteidigungsministerium am Donnerstag mit Hinweis auf die laufenden Vertragsverhandlungen mit den beteiligten Werften ThyssenKrupp Marine Systems und Lürssen in Schweigen gehüllt hatte, nahm von der Leyen Stellung zu dem Bericht. Ihr Ministerium werde die kolportierten 2,9 Milliarden Euro nicht bezahlen. Die Ministerin sprach von harten Verhandlungen. Gebe es bis zum Sommer keine Einigung, "werden die Karten neu gemischt", sagte sie NDR 1 Welle Nord.

Inspekteur: Neue Korvetten möglichst schnell

Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, hatte am Donnerstag noch einmal unterstrichen, dass die Marine angesichts ihrer gewachsenen Aufgaben die neuen Korvetten schnell brauche. Korvetten sind vor allem für den Einsatz in sogenannten Randmeeren und Küstengewässern geeignet - also etwa in der Ostsee. Die Marine verfügt bereits über fünf Korvetten des Typs K 130. Dieser Typ soll nun nachbestellt werden.

Unterwasser-Drohnen und Minentaucher

Die CDU-Politikerin verfolgte auf einem Flottendienstboot im Marinestützpunkt Vorführungen der Einsatzflottille 1 zur Minenbekämpfung. Die Marine zeigte ihr 25 Meter lange Stahlboote, sogenannte Seehunde, die ohne Besatzung ferngesteuert durch minenverseuchte Gewässer gelenkt werden können und Minen zur Explosion bringen sollen. Außerdem wurde die Unterwasser-Drohne Remus vorgestellt, die Aufnahmen von Gewässern macht und so auf Gefahren wie Minen hinweist. Auch Minentaucher und Kampfschwimmer zeigten ihr Können.

Die Ministerin hatte bereits 2014 die Einsatzflottille 1 in Eckernförde besucht. Die Einsatzflottille 1 hat Standorte in Kiel, Eckernförde und Warnemünde. Sie verfügt über Korvetten, Minenabwehreinheiten und U-Boote sowie Soldaten des Seebataillons und des Kommandos Spezialkräfte Marine.

Von der Leyen besucht Marine in Kiel

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.04.2017 | 15:00 Uhr

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