Stand: 18.03.2016 18:48 Uhr

Bundesrat billigt SH-Vorstoß zu neuem Bahnrecht

Der Bundesrat hat zwei Vorschläge der schleswig-holsteinischen Landesregierung zur Änderung der Vergabepraxis von Bahntrassen angenommen. "Mit der heutigen Entscheidung ist der erste Schritt getan, um das drohende Chaos auf dem Hindenburgdamm zu entzerren", sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele (SPD) am Freitag in Kiel. Auslöser dieser Initiative sind die ständigen Verspätungen und Zugausfälle zwischen Niebüll und Westerland.

Der Kampf um den Hindenburgdamm

Verspätungen sorgen für Unmut bei Pendlern

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Seit Dezember dürfen zwei Anbieter mit Autozügen von Niebüll nach Sylt fahren. Darunter ist auch die Deutsche Bahn mit ihrem Sylt Shuttle Plus - einer Kombination aus dem klassischen Autozug Sylt Shuttle und einem Personenzug. Auf der Strecke fahren jetzt fast doppelt so viele Autozüge wie vorher. Diese neue Verbindung ist langsamer und teurer als der Nahverkehr und sorgt mitunter für Verspätungen, was auf Sylt teilweise Unmut ausgelöst hat. Durch die zusätzlichen Züge der Bahn ist die Strecke außerdem so stark ausgelastet, dass der neue Mitbewerber RDC, der ab April die Strecke bedienen will, weniger Fahrten anbieten kann als geplant.

Das letzte Wort hat der Bund

Die Bundesnetzagentur und der Betreiber DB Netz haben beiden Anbietern erlaubt, hier zu fahren. Da es in Westerland aber nicht genügend Abstellgleise und Weichen gibt, verspäten sich die Züge schon jetzt. Verkehrsstaatssekretär Nägele spricht von chaotischen Verhältnissen. Das Land fordert, dass zum Beispiel auch Rangierfahrten berücksichtigt werden, wenn die Schienen zugewiesen werden. Außerdem ist Sylt ist auf den Hindenburgdamm angewiesen, um die Menschen zu versorgen. Deshalb will das Land mehr Rechte bekommen, wenn die Trassen vergeben werden. Jetzt muss die Bundesregierung noch zustimmen, dass das Eisenbahnregulierungsgesetz entsprechend geändert wird.

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