Stand: 04.08.2017 08:00 Uhr

Bleiben die Pflegekräfte aus, hilft das Ausland

von Rebekka Merholz

"Welche Arten von Schmerzmitteln gibt es?", fragt Kursleiterin Michaela Prigge in die Runde. "Paracetamol, Ibuprofen, ASS, Diclofenac", kommt als Antwort von den Kursteilnehmern. "Und zu welcher Gruppe gehören diese Mittel?", hakt Prigge nach. "Das sind alles nicht-steroidale Antirheumatika", meldet sich Armin Bacic zu Wort.

Pflegekräfte aus dem Ausland

Trotz Ausbildung keine Zukunft im Heimatland

Seit September 2016 ist der 20-Jährige in Deutschland. In seinem Heimatland, Bosnien-Herzegowina, hat er eine Ausbildung zum Krankenpfleger abgeschlossen. Eine berufliche Zukunft sieht er dort für sich allerdings nicht: "Arbeit gibt es zwar, aber mit der Bezahlung ist es ziemlich schwierig." Über einen Bekannten erfährt der junge Krankenpfleger, dass die Convivo-Gruppe, ein norddeutscher Pflegeheimbetreiber mit Sitz in Bremen, in Bosnien ausgebildete deutschsprechende Pflegekräfte sucht. Kurzerhand meldet er sich. "Ich habe mir einfach gedacht: 'Du musst an deine Zukunft denken!' Wenn ich schon Deutsch kann, wieso dann nicht einfach ausprobieren?"

Kenntnisprüfung für ausländische Pflegekräfte

Um in Deutschland als Fachkraft in der Kranken- oder Altenpflege arbeiten zu dürfen, muss Bacic jedoch eine sogenannte Kenntnisprüfung ablegen. Seit April besucht er deshalb einen Kurs an einer Akademie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel. Acht ausländische Pflegekräfte, unter anderem aus Bosnien, Albanien und von den Philippinen werden dort vier Monate lang auf die Prüfung vorbereitet, die in diesen Tagen ansteht.

Als Pflegehelfer schon jetzt in den Arbeitsalltag integriert

Parallel zum Vorbereitungskurs arbeiten alle Teilnehmer schon jetzt als Pflegehelfer, entweder am UKSH oder bei verschiedenen Pflegeheimen in Schleswig-Holstein. Armin Bacic hat, genau wie ein Landsmann, eine Festanstellung in der Seniorenresidenz Großenaspe im Kreis Segeberg. Die Einrichtung gehört zur Convivo-Gruppe. Für Einrichtungsleiter Kai-Uwe Becker sind die beiden die ersten ausländischen Pflegekräfte, die er eingestellt hat. "Das Miteinander ist eine sehr positive Entwicklung gewesen", erinnert sich Becker, "die Sprachbarrieren waren relativ schnell auch abgebaut, und mit den Bewohnern verstehen sich die beiden sehr gut."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.08.2017 | 08:00 Uhr

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