Stand: 01.09.2017 18:26 Uhr

Bessere E-Auto-Batterie könnte aus Kiel kommen

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Die Kieler Uni mit Projektleiterin Sandra Hansen (M.) arbeitet an leistungsstärkeren Autobatterien.

Vor dem Kauf eines Elektroautos schrecken viele Käufer nicht nur wegen der hohen Kosten zurück. Im Moment müssen sie noch massive Nachteile in Kauf nehmen, die größtenteils mit der geringen Leistungsfähigkeit herkömmlicher Batterien zu tun haben. Fragen, die sich vor einem möglichen Kauf aktuell stellen: Reicht mir die geringe Reichweite von bisher etwa 300 Kilometern? Bin ich bereit, nach 1.000 Ladezyklen schon eine neue Batterie zu kaufen? Habe ich die Zeit, meine Reisen alle 300 Kilometer für einen Ladezyklus von etwa 30 Minuten zu unterbrechen? An der Uni Kiel arbeiten Wissenschaftler mit Hochdruck daran, eine neue Generation von Batterien zu entwickeln, die mehr können - die den Aktionsradius von Elektroautos wesentlich vergrößern sollen.

Burger kaufen, Batterie voll

Die neue Batterie soll spektakulär schnell geladen werden können. Wie schnell genau, das will Projektleiterin Sandra Hansen nicht verraten. Man könne aber eine "ganz normale Pause" einplanen, sagte sie NDR.de, dann sei die Batterie voll. Ein Stopp wäre dann nicht alle 300 Kilometer, sondern erst alle 600, vielleicht sogar erst alle 700 Kilometer vonnöten. So weit kommen Autofahrer mit einer Tankfüllung, wenn sie ein Fahrzeug mit durchschnittlichem Benzinverbrauch fahren. Von Kiel nach Frankfurt in einem Rutsch - das wäre dann mit einem Elektrofahrzeug kein Problem mehr. Außerdem soll die Batterie haltbarer werden - doppelt so lange halten wie bisherige Modelle, also in etwa 2.000 Ladezyklen.

Industrie hat bereits Interesse angemeldet

Die Kieler Wissenschaftler setzen das Projekt zusammen mit einem Industrie-Partner aus Baden-Württemberg um, auch Volkswagen hat nach Angaben der Uni schon Interesse angemeldet. Das Problem: die Zeit. Die Kieler Forscher fangen gerade erst an, haben ihre Arbeit am Freitag gestartet. "Wir rechnen damit, in drei Jahren die Anode fertig zu haben, drei Jahre später die gesamte Batterie", kündigt Hansen an. Das gehe bei industriellen Herstellern nicht schneller, erklärt sie. Diese bräuchten eher acht Jahre, um eine neue Batterie zur Marktreife zu bringen. Das Bundesforschungsministerium unterstützt das Projekt mit einer Million Euro.

Silizium als neues Wunderelement

Silizium soll die wundersame Leistungssteigerung der Batterie ermöglichen. Das Element galt aber bisher als zu instabil, um in E-Autos eingesetzt zu werden. Das Problem wollen die Kieler Forscher lösen. Erfahrung aus der Solartechnik soll es möglich machen. "Die ganze regenerative Energie wartet auf bessere Batterien", sagt Jürgen Carsten vom Institut für Materialwirtschaft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.09.2017 | 12:00 Uhr

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