Stand: 16.02.2016 17:42 Uhr

Behörden wollen Wrack der "Condor" heben lassen

Der Fall bleibt rätselhaft: Auch zehn Tage nach dem Tod von zwei Seeleuten vor Fehmarn ist weiter unklar, warum ihr Fischkutter gesunken ist. Die eingesetzten Polizeitaucher fanden in den vergangenen Tagen an dem Wrack keine Hinweise auf die Unglücksursache. Die Ermittler können lediglich ausschließen, dass die "Condor" von einem anderen Schiff gerammt wurde. Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) will wissen, wie der Fischkutter sinken konnte und lässt das Wrack nun bergen. Es liegt etwa sechs Kilometer östlich vor Fehmarn in 22 Metern Tiefe auf dem Grund der Ostsee. Wann genau das Wrack an Land kommt, konnte BSU-Direktor Volker Schellhammer noch nicht sagen. Sollte die Bergung europaweit ausgeschrieben werden müssen, könnte es ein halbes Jahr lang dauern. Die Kosten liegen nach seinen Angaben im sechsstelligen Bereich.

Der Untergang der "Condor"

Gerichtsmediziner schließen Gewaltverbrechen aus

Es herrschte am Unglückstag kein Unwetter. Außerdem wurde die "Condor" regelmäßig gewartet und von Experten überprüft. Der Fall gibt Rätsel auf, denn auch der automatische Notruf funktionierte nicht. Die Leichen des 52 Jahre alten Kapitäns und seines Decksmanns waren etliche Kilometer von der Unglücksstelle entfernt aus dem vier Grad Celsius kalten Wasser gezogen worden. Gerichsmediziner haben die Leichen untersucht. Sie können ein Gewaltverbrechen ausschließen. Beide Fischer wohnten in Burg, dem zentralen Ort der Stadt Fehmarn, und waren dort sehr bekannt. "Die Insel befindet sich in einer Art Schockstarre", sagte Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber im Interview mit NDR 1 Welle Nord.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.02.2016 | 22:00 Uhr