Stand: 05.10.2017 09:37 Uhr

Behörden widersprechen sich im Fall Kirchbarkau

Im Fall der Abschiebung einer albanischen Familie aus Kirchbarkau im Kreis Plön gibt es neue Details. Das Innenministerium hatte nach eigenen Angaben noch versucht, die Abschiebung zu verhindern. Nach Informationen des Schleswig-Holstein Magazins war das aber nicht der Fall. Die beiden Eltern und ihre vier Kinder waren Mitte August abgeschoben worden, ohne dass die Härtefallkommission den Fall hatte beurteilen können. Die Familie galt als gut integriert.

Innenministerium Sachsen-Anhalt: Landesamt in SH bat nicht um Stopp

Zuständig für die Umsetzung der Abschiebung waren die Behörden in Sachsen-Anhalt. Das Land hat nach Angaben eines Sprechers "eine koordinierende Servicefunktion" für andere Bundesländer. Das sei in solchen Fällen "allgemein üblich".

Das Innenministerium in Sachsen-Anhalt teilte mit, dass vom Landesamt für Migration und Flüchtlinge in Schleswig-Holstein zwar eine Mitarbeiterin angerufen habe, um sich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen. Um einen konkreten Stopp der Abschiebung habe sie aber nicht gebeten. Außerdem habe die Frau nicht den zuständigen Einsatzleiter bei der Bundespolizei angerufen.

Innenministerium Schleswig-Holstein: Zu hoher Aufwand für Nachforschungen

Vom Innenministerium in Kiel hieß es auf Nachfrage, man habe im Innen- und Rechtsausschuss erklärt, dass es im Fall Kirchbarkau eine Verkettung zu bedauernder und abzustellender Kommunikations- und Organisationsdefizite gegeben habe. Der Handlungsbedarf sei erkannt. Weitere Nachforschungen im Detail will das Innenministerium aber nicht anstellen. Der dafür erforderliche Aufwand sei durch den zu erwartenden Erkenntnisgewinn nicht zu rechtfertigen, sagte ein Sprecher.

Weitere Informationen

Abgeschobene Familie kann auf Rückkehr hoffen

Für eine abgeschobene Familie aus Albanien gibt es wieder Hoffnung: Die Härtefallkommission befürwortet eine Rückkehr nach Kirchbarkau. Eine Behörden-Panne hatte den Fall bekannt gemacht. (05.09.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 04.10.2017 | 19:30 Uhr

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