Stand: 19.03.2017 10:50 Uhr

Atommeiler Brunsbüttel lieferte 30 Jahre Strom

In Brunsbüttel wurden exakt 124.211.289 Megawattstunden Strom produziert - und es wird keine einzige mehr hinzukommen.

Das Atomkraftwerk Brunsbüttel an der Unterelbe im Kreis Dithmarschen war Ende der 1970er-Jahre das erste, das in Schleswig-Holstein seinen Betrieb aufnahm. Seit seiner kommerziellen Inbetriebnahme am 9. Februar 1977 bis zum letzten Herunterfahren am 18. Juli 2007 erzeugte der Meiler exakt 124.211.289 Megawattstunden Strom. Mit dieser Menge können rund 30 Millionen Vier-Personen-Haushalte ein Jahr lang versorgt werden. Betreiber ist die Kernkraftwerk Brunsbüttel GmbH. Gesellschafter sind die Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH (66,7 Prozent) und PreussenElektra GmbH (33,3 Prozent), eine 100-prozentige Tochter von E.ON.

Fukushima besiegelt das Ende

Wegen vieler Störungen ging der Siedewasserreaktor als "Pannen-Meiler" in die Geschichte ein. Ein Kurzschluss am 28. Juni 2007 leitete sein endgültiges Aus ein. Der Reaktor ging nach der Reparatur kurz wieder ans Netz, blieb dann aufgrund etlicher technischer Probleme aber dauerhaft abgeschaltet. Als Konsequenz aus der Katastrophe von Fukushima gehört das Kraftwerk zu den acht Reaktoren in Deutschland, die seit 2011 nicht mehr ans Netz dürfen.

In einem unterirdischen Feststofflager befinden sich in Brunsbüttel auch mehrere hundert Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dem Reaktorbetrieb. Seit 2012 wurden dort insgesamt 154 schwer beschädigte Fässer entdeckt. Für die Bergung dieser und der anderen Fässer stellten Vattenfall und Minister Robert Habeck (Grüne) am 9. Februar 2015 ein Konzept vor.

Zwischenlager nur geduldet

Seit 2006 sind in Brunsbüttel in einem eigens dafür gebauten Zwischenlager hochradioaktive Abfälle untergebracht. Betreiber Vattenfall hatte Ende 2016 mit den Vorbereitungen für einen Rückbau begonnen - die ersten abgebrannten Brennelemente wurden in einen Castor-Behälter verladen. Mehr als 500 dieser Brennelemente dürfen zunächst auf dem AKW-Gelände zwischengelagert werden. Derzeit verfügt das Zwischenlager in Brunsbüttel aber über keine atomrechtliche Genehmigung. Es arbeitet mit einer bis 2018 befristeten Duldung der Atomaufsicht. Die Entscheidung über eine Abrissgenehmigung wird für Ende 2017 beziehungsweise Anfang 2018 erwartet.

Weitere Informationen

Der Streit über die Atomkraft

Störfälle, Pannen, Demonstrationen - im Norden sorgt die Nutzung der Kernenergie seit mehr als 30 Jahren für Schlagzeilen. NDR.de informiert über eine umstrittene Technologie. mehr

Wie steht es um die Atomkraftwerke im Norden?

Seit 2011 ist klar: Alle deutschen Atomkraftwerke gehen vom Netz. Im Norden sind noch nicht alle abgeschaltet. Welche AKW laufen noch, welche werden schon abgebaut? Ein Überblick. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.02.2016 | 14:20 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

01:54

Mutmaßliche Salafisten aus SH vor Gericht

16.10.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
02:22

Vollsperrung der A 7 - ohne Ankündigung

16.10.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
00:20

Entschuldigung nach Medikamentenskandal

16.10.2017 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin